Gemüsebeete

Mieses Jahr im Gemüsegarten

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Im Gemüsegarten steckt der Wurm oder besser der Pilz.

Das Jahr begann schon mit einem nicht enden wollenden Winter. Mit Spätfrösten, die die Blüten vieler Fruchtgehölze demolierten, mit viel zu großen Tomatenpflanzen, die wegen der Kälte zusätzliche Wochen in Töpfen herumstehen mussten usw..

Als man dann dachte, das Gartenjahr könne nun nur noch besser werden, hatte die Natur noch einiges für uns in Petto. Nämlich Regen, Regen, Regen und – ach ja – Regen. Ständig, kübelweise und verbunden mit Kälte. Es hört einfach nicht auf.

 

Die Pflanzen fallen reihenweise Pilzkrankheiten zum Opfer. Viele Gärtner, private und gewerbliche, mussten schon die Freilandtomaten herausreißen. Die Kraut- und Braunfäule hat sie dahingerafft. Bisher hatte ich Glück. Die Freilandtomaten stehen noch gesund da, weil ich hochresistente Sorten wie ‘Philovita’ und ‘Phantasia’ pflanze.

Zusätzlich habe ich zum ersten Mal an der Außenseite des Gewächshauses die Open Source Tomate ‘Sunviva’. Auch sie steht bemerkenswert gut da.

 

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Alle anderen Sorten stehen im Gewächshaus und sind daher in Sicherheit … dachte ich. Meine Nachbarin erzählte mir heute Vormittag, dass all ihre Gewächshaustomaten blitzartig braunes Laub bekamen und das Zeitliche segneten. Ich daraufhin bin ich noch mal in mein Gewächshaus geflitzt. Mist! Was ist das den?

 

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Samtflecken Cladosporium, eine Pilzerkrankung, die ich noch nie hatte in immerhin knapp 30 Jahren. Fast alle Pflanzen sind befallen. Jetzt ist guter Rat teuer. Schnell ans Internet und sehen, was ich tun kann. Das Ergebnis ist eher ernüchternd.

Zuerst einmal habe ich die erste und hoffentlich nicht die letzte Ernte eingefahren. Alle Früchte abgepflückt die schon ein Minimum an Farbe aufwiesen.

 

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Dann habe ich das getan, was mir sonst nie einfallen würde: Gespritzt. Mit einem für den Biolandbau zugelassenen Pilzmittel (Fungisan). Dieses hat nur eine sehr kurze Wartezeit. Bis die nächsten Tomaten reifen, ist es dann auf jeden Fall abgebaut. Dazu hat das Mittel auch eine gewisse “heilende” Wirkung und verhindert weitere Ausbreitung. Anders ist dem Pilz nicht zu Leibe zu rücken. Hausmittelchen wirken dabei leider nicht. Zusätzlich werde ich im Frühjahr das Gewächshaus desinfizieren und die oberste Erdschicht austauschen müssen. Na toll!

 

Jeder der auch nur einigermaßen realistisch ist, konnte sich schon seit Wochen denken, dass Mehltau in diesem Sommer ein Problem sein wird.

Einerseits kommt die Nässe Gurken und Zucchini sehr entgegen. Sie brauchen viel Wasser und mögen hohe Luftfeuchtigkeit. Dann wuchern wie verrückt. Andererseits mögen sie dauern klitschnasse Blätter gar nicht. Und schon ist der Mehltau da.

Wobei deutliche Unterschiede zu sehen sind, zwischen den niedrig wachsenden Sorten unten im Beet und der rankenden Zucchinisorte in luftiger Höhe. Und dieses luftig ist das Geheimnis. Die Blätter trocknen viel schneller ab.

 

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Bei den Gurken sind auch einige schon befallen, andere nicht. Die Einlegegurken zeigen schon an den unteren Blättern, dass sie krank sind. Bringen aber tapfer weiter Früchte.

Die habe ich auch ausnahmsweise mit diesem Mittel gespritzt. Ich hatte schon in anderen Jahren Versuche mit Vollmilchspritzungen gegen Mehltau gemacht. Das hatte aber an meinen Pflanzen lediglich den Erfolg, dass auf den milchverklebten Blättern zusätzlich schwarzer Schimmel wuchs. Die klebrigen Gurken und Zucchini wollte auch keiner mehr. Damit hat sich das für mich erledigt.

 

Eine Zitronengurke wuchert  im Gewächshaus so sehr, dass ich sie an einer Schnur aus dem Fenster ziehen musste. Außerdem habe ich einen großen Kartoffelkorb voller abgeschnittener Triebe kompostiert, sonst würde im Gewächshaus die Luft noch feuchter durch die Enge.

 

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Die einzelnen gelben Blätter sind meiner Vergesslichkeit geschuldet. Die standen mal zu trocken. Im strömenden Regen denke ich nur schwer ans Gießen.

 

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Die Salatgurken ‘Johanna’ sind bisher gesund. Die Flecken und Löcher sind rein mechanische Verletzungen vom Aufprall des Starkregens.

 

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Richtig schlecht geht es seit ein paar Tagen dem Wein. Der hat auch irgend einen Pilz. Keine Ahnung was genau. Aber da muss er durch und wir auch.

 

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Die Erbsen sind auch hinüber. Meistens geben sie ab August den Löffel ab. Diesmal schon wesentlich früher und vor allen Dingen von jetzt auf gleich. Dabei fällt mir jetzt auf wie viel organisches Material diesen Sommer in der Hausmülltonne landet. All die kranken Pflanzen, die nicht auf den Kompost oder in die Biotonne dürfen.

Ich überlege noch, ob ich vielleicht eine zweite Aussaat wagen soll. Zeit genug wäre noch.

 

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Es gibt allerdings auch Kulturen, die von der Nässe völlig unbeeindruckt sind – bisher jedenfalls.

Bohnen zum Beispiel. Egal ob Stangenbohnen oder Buschbohnen. Die bringen zwar weniger Ernte, weil ihnen die Wärme zum reichlichen Blühen fehlt, aber sie sind absolut gesund.

 

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Seltsamerweise auch Pflanzen, bei denen man denkt, sie seien, weil aus warmen Ländern, eher empfindlich, stehen gut da. Mexikanische Minigurken und Feigen sind gesund und tragen reichlich.

 

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Auch der Rotkohl nimmt es gelassen und wächst so vor sich hin. Sein Kopf ist fest genug die dauernden Duschen zu überstehen. Den Wirsing hat es schon lange dahin gerafft. Seine lockeren Köpfe standen dauernd unter Wasser und faulten weg.

 

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Ebenfalls ganz großartig kommen alle Kräuter mit der Nässe klar. Egal ob der mediterrane Rosmarin und Thymian oder die Petersilie, der Borretsch oder der Fenchel. Alle top.

 

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Auch die Möhren im Hochbeet wachsen super gesund heran.
Die Kartoffeln sind mir allerdings in der Erde verfault. Was für ein Gestank. Ekelhaft! Ich habe noch mal ein paar gesteckt. Ob das noch was wird?

 

 

 

 

Noch etwas ist auffallend. Die Freilandpflanzen leiden dieses Jahr ganz schnell unter Mangelerscheinungen. Die dauernden Regenfälle waschen die Nährstoffe regelrecht aus der Erde nach unten weg. In Hochbeeten und Kübel verschwinden sie besonders schnell. Aber auch in den Grundbeeten werden sie in Tiefen geschwemmt, wo die Wurzeln einfach nicht mehr hinreichen. Es muss demzufolge früher und öfter nachgedüngt werden.

 

 

 

 

Zum Schluss möchte ich euch noch ein Buch zum Thema Küchengarten empfehlen:

‘Mein Gemüsegarten – Wie er mir gefällt’ von Natalie Fassmann.

 

Mein Gemüsegarten Wie er mir gefälltMein Gemüsegarten Wie er mir gefällt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Planung über die Umsetzung bis zur Ernte und darüber hinaus. Denn einige leckere Rezepte zu den einzelnen Gemüsearten werden gleich mitgeliefert.

 

Mein Gemüsegarten Wie er mir gefällt

 

Und wie man seine Schätze haltbar macht wird, auch erklärt. Und die Ernte von Samen fürs nächste Gartenjahr. Und ein paar kulinarische Neuheiten – Edamame beispielsweise. Und, und, und. Jede Menge Infos auf 160 Seiten, mit ganz vielen anregenden Fotos und Zeichnungen.

 

Mein Gemüsegarten Wie er mir gefällt

 

Ein tolles Buch für Anfänger, die nicht von Fachvokabular erschlagen werden wollen, aber auch Fortgeschrittene finden hier viele Anregungen.

Ulmer Verlag
2019
160 Seiten
189 Farbfotos, 11 farbige Zeichnungen,
gebunden
ISBN 978-3-8186-0653-4

 

 

Und nächstes Jahr wird das Wetter und damit die Ernte bestimmt wieder viel besser. Bloß nicht die Hoffnung aufgeben.

 

Bis bald

                                       

 

 

 

 

 

3 thoughts on “Mieses Jahr im Gemüsegarten

  1. Hallo Claudia,
    meine Tomaten sehen noch gesund aus hoffentlich bleibt es so..
    Das Buch habe ich auch, ich habe die einleitenden Kapitel dafür geschrieben, die 7 Typen.
    Viele Grüße
    Elke

  2. Ich kann da ja eigentlich gar nicht mitreden, weil sich mein Gemüseanbau auf ein Minihochbeet und ein paar Töpfe beschränkt. ich hatte allerdings noch nie so viel geerntet, wie in diesem Jahr. Die Tomate, die ich von unserem Automechaniker geschenkt bekam, hat sich zu einem wahren Monster entwickelt. Die Zucchini wirft allerdings immer wieder Früchte ab. Allerdings habe ich dort die Läuse- und Ameisenflut mit verdünnter Milch erfolgreich eindämmen können. Vermutlich hat die Spritzung auch gleich noch gegen den Mehltau gewirkt. Ich kann dieses Jahr also nicht klagen.
    Viele Grüße von
    Margit

  3. Hallo Claudia, irgendwie war das jetzt gut zu lesen, dass nicht nur wir ein schlechtes Gemüsejahr hatten. Bei uns hat ein Hagelsturm Ende Juni den gesamten Gemüsegarten und alle Obstbäume zu Mus verarbeitet und danach gab es kein stabiles Wetter mehr. Sehr viel Regen und teilweise furchtbar kalt.

    LG Kathrin

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