Hanggestaltung mediterran Teil 3 – Die Vorbereitung
Zugegebenermaßen hat es ein wenig gedauert. Den letzten Teil meiner Hänge habe ich im Herbst 2024 neu gestaltet. Wer da noch einmal schauen will, bitte hier entlang. Ziel ist es nicht nur, die Hänge von Wildwuchs aus Giersch, anderen Unkräutern und Staudengewucher zu befreien, sondern sie pflegeleichter zu machen und dem Klimawandel und veränderten Lichtverhältnissen anzupassen.
Die ersten Pflanzungen waren praktisch Versuchsballons mit Pflanzen, die uns eigentlich eher aus dem Mittelmeerraum bekannt sind, inzwischen aber auch hier in vielen Teilen Deutschlands sehr gut frei ausgepflanzt werden können. Letztes Jahr habe ich die beiden ersten Abschnitte durch weitere Pflanzen ergänzt. Zum Beispiel habe ich den Olivenbaum, der bisher im Kübel stand, ausgepflanzt. Das war im Spätsommer. Eigentlich sollte man mediterrane Pflanzen im Frühling raus setzen, damit sie vor dem Winter noch gut einwachsen können. Es war also ein bewusstes Risiko, so spät noch den Versuch zu starten.
Der Winter dieses Jahr war selbst hier in Köln ungewöhnlich kalt und lang. Noch vor knapp zwei Wochen lag Schnee und die Straßen waren vereist. Jetzt ist der Frühling angekommen, und ich stelle zu meiner Freude fest, dass alle – wirklich alle Pflanzen – gut durch diesen Winter gekommen sind. Auch der Olivenbaum und die Keulenlilie Cordyline indivisa, die nur wenige Minusgrade und das auch nur kurzfristig verträgt, haben den Härtetest bestanden. Letztere hat unten ein gelbes Blatt, aber das war es auch schon.
Lediglich zwei Pflanzenarten sind verschwunden. Aber das schon im ersten, milden Winter 24/25 nach der Pflanzung. Ausgerechnet die Austernpflanze Mertensia maritima, die aus Schottland und Island stammt, und absolut frostfest sein soll. Außeredem die Prachtscharte Liatris spicata. Diese durchaus geläufige Staude hat bei mir aber noch nie und an keinem Standort überlebt. Die mögen mich wohl einfach nicht.
Aber im Großen und Ganzen bin ich mit der Neugestaltung sehr happy und die Pflanzungen haben sich sehr gut entwickelt.
Nun habe ich den letzten Abschnitt in Angriff genommen. Das ist der Bereich neben dem Bachlauf, der von der Mühlenbeckia erobert worden war. Ihr erinnert euch an die Aktion im letzten Jahr als wir die fette Matte von der Wand entfernt haben? Jetzt ist der Boden dran.
Zwei Tage hat es gedauert, um den Bereich von all dem Wildwuchs zu befreien. Stückchen für Stückchen krabbelnd durch den Dreck wie ein Kleinkind im Sandkasten. Denn alle Wurzeln müssen raus.
Tag eins:
Aber ich habe es mir zugegebenermaßen viel schlimmer vorgestellt. Mühlenbeckia gräbt sich viel leichter aus als beispielsweise der elende Giersch. Und es kommt dann auch so gut wie nie etwas nach.
Tag zwei:
Übrig blieben lediglich ein Sommerflieder ‚Black Knight‘, eine Yucca filamentosa, die jetzt ein wenig gerupft aussieht, sich aber schnell erholen wird und einige Ableger von Bartiris und ein etwas spärlicher Ginster. Was ich mit letzterem mache, weiß ich noch nicht so recht.
Der Hang, nun bereit für die Neupflanzung, sieht aber jetzt erst einmal so richtig schlimm aus.
Ich freue mich schon aufs Pflanzen und Gestalten. Auch wenn mir die erste größere Gartenaktion des Jahres einen gepflegten Muskelkater beschert hat, gleich gehts los. Die Pflanzen stehen schon bereit. Auch hier wird es mediterran – logisch.
In den nächsten Tagen seht ihr dann das fertige Ergebnis.
Bis bald




Hallo Claudia,
ich kann mich noch an deine letzte Umgestaltung erinnern.
Man scheut sich ja immer davor, aber am Ende ist man froh, auch wenn’s weh tut.
VG
Elke
Da hast du völlig recht. Wenn der innere Schweinehund erst mal ruhig ist…
Toll, dass bei dir so schöne mediterrane Pflanzen überleben. Es ist erheblich milder bei euch als hier. Ich bin gespannt, wie es mit deinem Hang weitergeht.
Liebe Grüße
Susanna
Ich schätze in ein paar Jahren, wird es bei euch vermutlich auch warm genug sein, Susanna.
Beim Lesen Ihres Beitrags spürte ich förmlich den Muskelkater in meinen eigenen Gliedern – diese Art von körperlicher Erinnerung, die sich beim bloßen Gedanken an Gartenarbeit meldet. Zwei Tage auf allen Vieren durch den Dreck krabbeln „wie ein Kleinkind im Sandkasten“ – diese Beschreibung ist so herrlich ungeschönt ehrlich, dass ich schmunzeln musste.
Deine Feststellung, dass ausgerechnet die winterharte schottische Austernpflanze eingegangen ist, während die sensible Cordyline indivisa den harten Winter überlebt hat, zeigt mal wieder: Die Natur hat ihren ganz eigenen Sinn für Ironie.
Überrascht bin ich über die ungebrochene Vorfreude auf die Neupflanzung. Das ist wahre Gärtnerphilosophie – im Chaos die Möglichkeit sehen. Auch ich habe schon oft gelernt, dass man manchmal erst durch die Verwüstung muss, bevor etwas Schönes entstehen kann.
Da hast du recht. Es muss immer erst schlimmer werden bevor es besser wird.
Das schöne an so einer Arbeit ist ja, dass man hinterher sieht, was man geleistet hat. Den Muskelkater nach dem Rückschnitt habe ich gerade hinter mir aber buddeln steht mir auch noch bevor. Und wenn ich deine Bilder sehe, bekomme ich richtig Lust, gleich loszulegen.
Liebe Grüße!
Na, das freut mich doch. Fröhliches Buddeln wünsche ich.
Ich bin schon gespannt, auf das Ergebnis. Nach der langen Winterpause, ist man die körperliche Gartenarbeit auch nicht mehr gewohnt und so ist ein „fetter“ Muskelkater vorprogrammiert. Vor allem, wenn es um größere Aktionen im Garten geht. Aber es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man so ein Projekt dann geschafft hat. Mediterane Pflanzen würden hier allerdings nicht gehen. Dazu ist es hier doch zu kalt. Ich bin immer am Hin- und Hertragen der Oleander! Einmal rein in die Garage, dann wieder heraus. Eigentlich ist mir das ja zu blöd, aber Oleander finde ich einfach sooo schön.
Einen guten Start in die neue Woche und das möglichst muskelkaterfrei…
Viele Grüße von
Margit
Hallo Margit,
Oleander mag ich auch sehr. Und du hast recht, ich könnte den eigentlich auch schon aus dem Gewächshaus holen.
VG
Claudia