Von Pfauen und Gürkchen

Zwei Pflanzen in meinem Garten möchte ich heute vorstellen. Pflanzen die unterschiedlicher kaum sein könnten. Beide haben jedoch eins gemeinsam – sie sind in deutschen Gärten nur selten anzutreffen.

Da wäre zum Ersten die Mexikanische Minigurke Melothria scabra. Ein rankendes Kürbisgewächs das jedes Jahr aus Samen gezogen werden muss. Erst wächst sie sehr, sehr zögerlich. Meine habe ich Anfang März schon gesät – schön warm und geschützt im Haus. Später kam sie ins Gewächshaus, im Mai in einen großen Topf ins Freiland an einen Pfeiler der Terrassenpergola. Dort stand sie nun und es tat sich nichts mehr. Ich hatte sie schon so ziemlich abgeschrieben. Bis vor zwei Wochen. Da fing sie an zu ranken – einfach so und in der kurzen Zeit fast zwei Meter hoch. Dieses Verhalten scheint für die Melothria aber normal zu sein. Jedenfalls liest man es so immer wieder.

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Das Laub erinnert ein wenig an Efeu obwohl es ganz weich ist. Die Rankorgane an Gurken. Auch Blütchen haben sich inzwischen einige geöffnet.

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Sie sind eher unscheinbar und unspektakulär. So winzig wie sie sind würden sie glatt übersehen, wären sie nicht leuchtend Gelb. Daraus entwickeln sich Früchtchen in mundgerechter Größe von 2-3 cm. Es sollen sich massenhaft dieser wie kleine Wassermelonen aussehenden Früchte, bis in den Oktober bilden.

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Der Geschmack – eine winzige musste ich neugieriges Weib natürlich probieren – ist sehr aromatisch, frisch nach Gurke mit einem kleinen Spritzer Zitrone. Lecker! Wenn tatsächlich so viele Früchte kommen sollten, werde ich auf jeden Fall versuchen welche für den Winter zu konservieren. Wohl mit einem Einmachrezept für Gurken. Ist ja naheliegend.

 

Die zweite Pflanze die ich vorstellen möchte ist die Pfauenlilie auch Tigerlilie oder Tigerblume Tigridia.

Eine Schönheit die kaum jemand kennt. Was sehr schade ist, denn sie ist eine sehr pflegeleichte Zwiebelpflanze und macht Eindruck in Beet oder Kübel. Bei mir wächst eine Mischung in zwei großen Töpfen.

Letztes Jahr, frisch bei mir eingezogen, haben sie schon super geblüht. Im Topf kühl und dunkel überwintert, haben sie im Frühling brav wieder ausgetrieben. Ich habe sogar vergessen sie in frische Erde zu setzen und sie blühen trotzdem. Na ja – die die nicht von den Schnecken angefressen wurden und eher aussehen wie schlecht gemähtes Gras, dem man mit einem stumpfen Mäher zu Leibe gerückt ist. Wenn man sie vor den Schleimern schützt und sie sonnig bis halbschattig stellt, macht sie aber keinerlei Schwierigkeiten. Nicht zu feucht halten und ab und zu flüssig düngen ist schon alles was sie an Pflege braucht. Und das ist die Belohnung:

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Wunderschöne exotische Blüten in allen möglichen Farbkombinationen. Ich bin schon sehr gespannt was mir noch blüht. Jede Blüte hält – wie bei der Taglilie – nur einen Tag. Dafür können sich an jedem Stiel nach und nach 6 – 8 Blüten öffnen. Allerdings sieht man die nächsten Knospen erst mal nicht und es dauert jeweils ein paar Tage. Also den ca. 60 cm hohen Blütenstiel nicht zu früh abschneiden. Lieber ein paar Wochen warten.