Rotkehlchen

Rotkehlchennest im Garten

Als ich vor ein paar Wochen im Garten saß, fiel mir ein Rotkehlchen auf, dass sich irgendwie seltsam verhielt. Nach einiger Zeit dämmerte mir, dass hier wohl eine Wohnungssuche im Gange war, und das Objekt der Begierde an unserer Hauswand hängt. Der alte Wasserkessel hatte es dem Piepser angetan. In den letzten Jahren war er uninteressant. Allerdings hatte er auch einen grell roten Griff. Vielleicht war das doch unpassend. Wie ein rotes Ausrufezeichen ragte er aus dem Grün, und war so durchaus als Nestverräter geeignet. Also habe ich ihn mit grünem Tape abgeklebt. Und schwupps – war der Pott auch schon als Brutplatz auserkoren.

 

 

Rotkehlchenbrut

 

Jedenfalls wurde die Hauswand, dann der Kessel und auch die nähere Umgebung genauestens in Augenschein genommen. Aus allen Blickwinkeln und allen möglichen Entfernungen.

 

 

Bald darauf war auch ein zweites Rotkehlchen anwesend. Wer da Mann und wer Frau ist hat sich mir allerdings nie erschlossen. Aber ich habe einen Verdacht.

Eines der Kehlchen war eher vorsichtig und schon fast als feige zu werten, während das andere ziemlich mutig, zutraulich und fast schon dreist war. Wir haben schon darauf gewartet, dass es sich auf unseren Tellern nieder lässt um uns Essen zu klauen. So weit ist es dann doch nicht gegangen. Aber auf der Stuhllehne am Terrassentisch ist es doch öfter gelandet. Direkt vor unserer Nase und der Handy-Kamera. Damit geht es übrigens viel leichter Nahaufnahmen zu machen. Vor normalen Kameralinsen und Objektiven haben alle Vögel gehörigen Schiss.

Ich wette, das dreiste Kehlchen ist eine selbstbewusste Frau, die auch uns erst mal unter die Lupe nehmen musste bevor sie gewillt war hier einzuziehen.

 

Rotkehlchen

 

Rotkehlchen

 

Rotkehlchen

 

Rotkehlchen

 

Nachdem die Prüfung zufriedenstellend ausgefallen war ging es ans Renovieren. Nistmaterial – am liebsten kleinteilig und weich – wurde angeschleppt. Damit war man dann schon ein paar Tage beschäftigt.

 

 

Dann war plötzlich Ruhe. Muttern saß auf den Eiern. Vater kam nur ab und zu vorbei um seine Frau mit Essen zu versorgen.

 

Rotkehlchen

 

Nach 14 Tagen war es soweit. Die Jungen waren geschlüpft. Wie viele würde sich aber erst später zeigen, und selbst dann noch unsicher bleiben. Jedenfalls mussten die Eltern jetzt richtig schuften. Futter, Futter und noch mal Futter wurde gesammelt. Auch gerne aus den Beeten gleich an der Terrasse und am Allerliebsten gleich nach dem Gießen. Dann sind die Insekten aufgeschreckt und die Würmer kommen an die Oberfläche. Das erleichtert die Essensbeschaffung enorm.

 

Rotkehlchen

 

Ein paar Tage später sind die Babies so gewachsen, dass man sie von weitem erkennen kann. Allerdings ist immer noch nicht klar wie viele Geschwister im Nest hocken. Aber mit dem Tele konnte ich drei bis – unsicher – vier Schnäbel sehen.

 

 

Rotkehlchenbrut

 

Rotkehlchenbrut

 

Noch mal ein paar Tage später war dann nur noch ein Junges zu sehen. Ich weiß nicht was mit den anderen passiert ist. Ob sich hier nächtliche Dramen abgespielt haben? Keinerlei Spuren wiesen auf Nesträuber hin.
Noch einmal zwei Tage später hatte das letzte Junge dann das Nest verlassen. Nun hielt es sich im Wesentlichen an der Terrasse auf. Das schmale Beet an der Gartenhauswand ist so dicht bewachsen, dass es den perfekten Schutz bot. Erst mal sah ich nur die Eltern weiter Futter bringen. Ganz vorsichtig.

 

Rotkehlchenbrut

 

Aber ab und zu konnte ich doch einen ganz schnellen Blick auf des Kleine werfen. Leider hält es keine Sekunde still, sondern wuselt blitzschnell in der Gegend herum. Ein nicht verwackeltes Foto zu bekommen ist praktisch unmöglich.

 

RotkehlchenbabyRotkehlchenbaby

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dafür hat es aber gleichzeitig wohl Mamas Gene geerbt. Denn es wuselt genauso unter meinem Stuhl herum. Man muss aufpassen um nicht drauf zu treten.

 

Rotkehlchenbaby

 

 

Gestern wurde dann der Aufenthaltsort in ein anderes Beet verlegt. Seitdem sehe ich nur die Eltern weiter mit Futter anfliegen. Aber das Kleine ist gut versteckt vor mir und meiner Kamera.

 

 

Bis bald

                                       

One thought on “Rotkehlchennest im Garten

  1. Wie süß! Rotkehlchen sieht man hier eher selten und damit natürlich auch keine Jungen. Ich hoffe, dass das Kleine die Kinderstube unbeschadet übersteht. Es lauern doch viele Gefahren in einem Garten.
    Viele Grüße von
    Margit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.