Schreibtischblümchen

Wenn Blogger ihre Tage haben.

Manchmal, wenn ich mich so durch die Gartenblogs klicke, stoße ich auf Dinge die ich einfach nicht verstehe. Immer wieder kehrende Artikel mit festgelegten Themen. Meist sind diese Artikel an bestimmte Wochentage gebunden. Damit aber auch die dazugehörigen Handlungen.

Ein Beispiel: “Freitagsblümchen”. Ehrlich ich habe da einfach keinen Draht für.

Warum soll ich mir denn nur Freitags Blumen in die Vase stellen? Heißt das ich darf das an keinem anderen Wochentag? Und wenn ich mal einen Freitag auslasse schreit dann die Leserschaft? Ich stelle mich also ständig unter Druck, jeden verd… Freitag Blumen in eine Vase stellen zu müssen. Auch im Winter, wenn Blumen nicht gerade billig sind, und manchmal auch nicht so ganz passend.

Ein Beispiel. Dieses Jahr fällt der 24.12. also Heiligabend auf einen Freitag. Renne ich da ernsthaft in den vier Stunden Ladenöffnungszeit in den nächsten Blumenladen um mir einen Strauß “Freitagsblümchen” binden zu lassen? Hab ich grad sonst nicht zu tun? Brauche ich einen Blumenstrauß wenn doch dem Weihnachsbaum an diesem Tag die Hauptrolle zukommt? Und dann muss ich ja noch Fotos machen und bearbeiten, hochladen, den Blogartikel schreiben, die Social-Media-Accounts bedienen usw..  Alles am vielleicht anforderungsreichsten Tag des Jahres!? Wer keinen Stress hat macht sich welchen. Und an Karfreitag – bekanntlich Feiertag – blüht hoffentlich schon was vasenwürdiges im Garten. Eine Schneedecke wäre jetzt fatal.

Einen Ableger davon sind die “Montagsvasen”. Da muss dann auch noch gleich eine originelle Vase her. Jeden Montag. Das sind 52 Vasen pro Jahr. Abgesehen von siehe oben. Stellt euch das mal optisch vor! Irgendwann läuft der Keller über, oder es gibt einen regen Verkauf von Gebrauchtvasen. Anders würde das doch keiner mehr in den Griff kriegen. Marie Kondo (war doch gerade in aller Bloggermunde, incl. Ausmistaktionen) würde sich schütteln – und dann weiter überteuerte Vasen verkaufen.

Dazwischen gibt es den Creadienstag. Immer schön was Kreatives aus dem Ärmel schütteln. Auch wenn man gerade total uninspriert ist. Aber egal. Es ist Dienstag! Jawoll! Am MMM(ittwoch) wird genäht und am Donnerstag gibt es Kunst. Nur der Sonntag ist noch frei. Da hat sich auch in der Bloggerszene wohl der Sonntag als Ruhetag manifestiert.

Nicht das man mich falsch versteht. Die Kolleginnen und Kollegen schreiben tolle Beiträge, und eine gewisse Kontinuität ist für alle Beteiligten von Nutzen. Die Leser wissen wann die Lieblingsblogger wieder was raus hauen, und der Blogger kann sich an diesen Tagen seiner Leser und der lobenden Kommentare fast schon sicher sein. Aber für mich ist das nichts.

Ich blogge nicht um starre Regeln einzuhalten. Nicht, um mich von verlinkten anderen Bloggern in Schemata pressen zu lassen. Nicht, um meinen Lesern stur irgend einen Content zu servieren weil halt gerade Tag X ist.

Ich blogge weil es Spaß macht. Ganz einfach. Nicht mehr und nicht weniger. Ich schreibe dann, wenn ich etwas sehe, mache, erlebe, von dem ich denke es könnte auch euch interessieren, gefallen, Spaß machen oder euch im besten Fall anregen. Und wenn es, wie in diesem Fall, einfach nur ein paar persönliche Gedanken zu diesem Thema sind. Nur dann kann ich wirklich gut und flüssig schreiben. Nur dann bin ich ehrlich. Und dann gibt es halt auch mal zwei Wochen keinen neuen Content wenn nix passiert ist, oder ich ganz einfach keine Lust habe. Auch das kommt vor.

Und nein, keine Angst, meine Gedanken müsst ihr jetzt nicht jeden Donnerstag lesen.

 

 

Schreibtischblümchen - Donnerstag

Schreibtischblümchen – Donnerstag

 

 

 

Bis bald

                                       

3 thoughts on “Wenn Blogger ihre Tage haben.

  1. Dein Donnerstag-Strauß ist auf jeden Fall sehr schön. Ich habe da auch keinen Draht zu solchen Aktionen… aber jeder so, wie er will. Ich poste auch einfach, wenn es gerade passt. Manchmal denke ich mir dann, wen interessiert das überhaupt und vieles wiederholt sich ja unweigerlich. Aber noch bin ich nicht an dem Punkt, an dem ich es einfach lasse. Ich mache das ja auch hauptsächlich für mich. Ich fotografiere gerne und stelle die Bilder dann ein. Wenn es dann noch jemanden da draußen interessiert, um so besser.
    Viele Grüße von
    Margit

  2. Liebe Claudia, ich bin auch nicht so der Typ für diese Events, daher kann ich Deine Gedanken sehr gut verstehen, aber manche lieben das. Jedem halt das seine. Zudem ist es ein Unterschied, ob man Content rein für die Bloggerszene selbst erstellt oder auch auf Suchmaschinen baut…. Letzteres ist vielen gar nicht wichtig.

    LG Kathrin

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