Die Trompeten der Kolibris

Heute möchte ich mal wieder eine Pflanze aus meinem Garten etwas näher vorstellen.  Die Kolibritrompete Zauschneria californica ssp.latifolia.

Sie wächst schon seit vielen Jahren in meinem Katastrophenbeet. Diesem trockenen, von Ahorn durchwurzelten Beet mit wenig Sonne auf der Kuppe des Hangs. Genau da wo kaum eine Pflanze anzusiedeln ist, wächst sie unerschütterlich und blüht jedes Jahr zuverlässig.

 

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Sie tendiert zwar wie die Astern dazu, von unten braune Blätter zu bekommen. Aber die Fülle an leuchtend orange-roten Blüten entschädigt dafür. Man kann sich geradezu vorstellen, wie Kolibris um die Pflanze schwirren, um mit ihrem langen Schnabel den Nektar aus der Röhrenblüte zu holen. Schade, dass es bei uns keine gibt.

 

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Der amerikanische Umgangsname ‘Mountain California Fuchsia’ deutet auf die Herkunft hin. Trotzdem ist der 50 – 60 cm hohe Halbstrauch bei uns winterhart. Er verhält sich hier jedoch wie eine Staude. Das heißt er friert zurück, bekommt im Frühjahr einen Rückschnitt und treibt wieder durch um ab Ende Oktober erneut zu blühen.

 

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Diese leuchtende Farbe der Kolibritrompete passt so gut in unsere herbstlichen Gärten, dass ich es sehr schade finde, dass diese robuste Pflanze so selten zu finden ist.

 

 

Letzte Nacht endete die Sommerzeit und es wird schon gegen 17.30 Uhr dunkel. Nun ist es – nicht mehr zu leugnen – tiefster Herbst. Von mir aus kann das Hickhack mit der Zeitumstellung gerne abgeschafft werden. Aber dann bitte die Sommerzeit ganzjährig festlegen. Die Stunde Tageslicht am Abend kann besser genutzt werden als die am Morgen. Und wer morgens zur Arbeit muss, ist sowieso bald im Dunklen unterwegs. Also was solls?

Der Garten bekommt eine tägliche Dosis Laub von oben. Auch wenn es irgendwann zu viel werden wird – wie jedes Jahr. Noch sieht es hübsch aus. Allerdings ist das Laub in diesem Jahr nur spärlich gefärbt. Vermutlich sind die Unterschiede zwischen Tages – und Nachttemperaturen nicht stark genug. So bleibt das Laub im Wesentlichen einfach braun. Schade.

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Wer sich setzten möchte muss erst mal die Blätterdeko von den Stühlen entfernen.

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Hübsch sind auch die reifen Samenstände. Hier vom Agapanthus.

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Mit Herbstfarben überraschen jetzt auch meine Weihnachtskakteen Schlumbergera , deren Triebe sich jetzt ins rötliche – fast Pink – färben. Das hat mit den gesunkenen Temperaturen, besonders in den Nächten, zu tun. Trotzdem könne sie noch draußen bleiben. Erst wenn der erste Frost droht kommen sie ins Haus.

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Ich habe sogar mal eine Pflanze draußen vergessen. Sie war klein, hässlich, kümmerte vor sich hin und sollte eigentlich in den Kompost. Sie lag ohne Topf auf der Terrasse. Ist eingefroren, aufgetaut, eingefroren, aufgetaut… Ab und zu ist sogar mal jemand drauf getreten. Also ein absoluter Todeskandidat.

Im Frühjahr beim Aufräumen der Terrasse fiel er mir wieder in die Hände. Und siehe da: Er hatte winzige Austriebe. Ihn jetzt noch in den Kompost zu befördern habe ich nicht fertig gebracht. Ergo wieder getopft. Wenige Woche später hat er zum ersten mal geblüht. Das war der Punkt ab dem ich Blattkakteen mochte. Vorher waren sie für mich altmodische Dinger die kein Mensch braucht. Und aktuell sieht der vermeintliche “Todeskandidat” so aus:

 

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Bei diesem hier entspricht die Färbung der Triebe in etwa der der Blüten. Man muss schon genauer hinschauen um sie überhaupt zu sehen.  Im Vorbeigehen sind sie gut getarnt.

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