Die Pest im Garten? Aber nein!

Es gibt Pflanzen die sind eine echte Pest.

Weil sie sich zügellos vermehren, die heimischen Pflanzen verdrängen oder im Garten alles überwuchern. Irgend etwas in der Art kennt jeder oder hat es sogar im Garten. Meine persönliche Gartenpest ist der Giersch.

Dann gibt es Pflanzen mit der Pest im Namen die auch zu einer werden können wenn man sie lässt. Die Wasserpest z.B. die sich im Teich viel zu stark vermehren kann. Auch wenn sie dabei jede Menge Nährstoffe braucht und so zur Bekämpfung der Algen dient.

Dann gibt es Pflanzen die haben die Pest im Namen, aber sie sind gar keine. Hier stammen die Namen eher aus der Signaturenlehre. Einer medizinischen Theorie früherer Zeiten, wo man vom Äußeren einer Pflanze oder deren Teile auf die Heilwirkung geschlossen hat. Gesund war das nicht immer.

So eine habe ich im Teich stehen. Auch heute noch als Heilpflanze gegen Migräne und Geschwüre in der Naturheilkunde verwendet, war sie ein wichtiges und häufig verwendetes –  aber leider auch nicht wirksames – Mittel gegen die Pest im Mittelalter.

 

Ich rede von der Pestwurz Petasites hybridus , einer Sumpfpflanze , die in Mittel- und Südeuropa heimig ist. Vorletztes Jahr habe ich von der lieben Freya Ableger ihrer Pflanzen bekommen. Inzwischen haben sie sich gut entwickelt und zeigen gerade ihre frühen Blütenstände.

 

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Mit ca. 30 cm Höhe erheben sie sich aus dem noch ziemlich kahlen Sumpfbereich des kleinen Teichs und fallen so ganz besonders ins Auge.

 

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Mir ihren rötlichen Stielen und Blättern und weißen Korbblüten die sich aus eben so roten Knospen schieben, muten sie für mich immer etwas urzeitlich an. Aber genau das mag ich sehr.

 

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Von nahem betrachtet zeigt sich wie filigran die Blüten aufgebaut sind, im Kontrast zum fleischigen Stängel.

 

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Bald werden daraus Samen, die an kleine Löwenzahnschirmchen erinnern. Zeitgleich werden die, fast wie Rhabarber aussehenden, Blätter getrieben. Diese können am Naturstandort bis zu 60 cm Durchmesser erreichen und auf 100 cm hohen Stielen stehen. Ebenso hoch werden bei diesen Giganten dann auch die Blütenstände. In meinem kleinen Teich halten sich die Blätter mit 20 cm Durchmesser stark zurück. Hier fehlt ihnen der Platz um sich so breit zu machen und wahrscheinlich auch die Nährstoffe – also eine Art Bonsaieffekt. Und das ist gut so. Denn sollten sie irgendwann auf die Idee kommen auch hier ein solches Riesenwachstum an den Tag zu legen, hätte ich ein Problem – nämlich mit der Pestwurz noch eine Pest im Garten. Und das wäre wirklich schade.

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