Austreibereien

So nach und nach treibt, trotz der bisher niedrigen Temperaturen, der Frühling den Winter aus. Es wird auch höchste Zeit. Mein Gemüsegarten ist noch ganz kahl.

Bei Nachttemperaturen an der Frostgrenze kein Wunder – da wächst ja nix. Aber es besteht Hoffnung.

Heute soll die letzte kalte Nacht gewesen sein. Ab der Nächsten die Temperaturen nächtens in den zweistelligen Bereich gehen und ab morgen soll Sommer sein. 27°C!!! wurden uns hier in Köln von den Wettermenschen versprochen. Mit Sonne und schön trocken,  und das bis Mitte der nächsten Woche. Herz was willst du mehr!

Im Gegensatz um Küchengarten tobt im Ziergarten schon der Frühling mit aller Macht. Es treibt und treibt. Blüten, Triebe, Blätter…der Garten explodiert förmlich. Während noch vor 3 Wochen jede noch so winzige Verheißung künftigen Grüns euphorisch zur Kenntnis genommen wurde, übersieht man jetzt, in der Überfülle, Kleinigkeiten ganz schnell.

Bischofsstäbe zum Beispiel. Was? Ja, ja, die gibt es durchaus in meinem Garten. Aber nicht, dass ihr glaubt ich hätte Kirchenmännern ihre Insignien geklaut und als Deko ins Beet gerammt. So werden, dank der Ähnlichkeit der Form, die Austriebe der Farne im Volksmund genannt. Schön sind sie und ein wenig urzeitlich. Deshalb zeige ich sie euch hier mal aus der Nähe.

 

 

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Aus der Nähe betrachtet die Knospen der Maiglöckchen Convallaria majalis

 

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…und die Blüten des Salomonsiegels Polygonatum. Einer nahen Verwandten.

 

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Ganz unterschiedlich die Entwicklung der verschiedenen Funkiensorten Hosta. Während diese noch ihre Austriebstrichter zeigen..

 

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…ist diese schon voll entwickelt. Und das obwohl die Pflanzen im gleichen Beet und unter den gleichen Bedingungen stehen.

 

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Ein Stück weiter im Hang stehen die Hasenglöckchen Hyacinthoides non-scripta . In England Bluebells genannt werden sie dort zur Touristenattraktion wenn sie in riesigen blauen Teppichen die Waldböden bedecken. Auch meine fangen jetzt an zu verwildern und sich im Hang auszubreiten. Jedenfalls die blauen. Die weißen und rosarfarbenen halten sich diskret zurück. Wer weiß – in ein paar Jahren halten vielleicht auch hier die Reisebusse.

Hier bei der  wilden Tulipa bakeri ‘Lilac Wonder’

 

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Von der Form her gar nicht so unähnlich ist dieses Zierlauch Allium triquetrum. Es kommt zuverlässig jedes Jahr wieder und scheint sich auch inzwischen leicht vermehrt zu haben.

 

Zierlauch

 

Wirklich nichts besonderes aber trotzdem eine Pflanze die ich wegen ihrer Robustheit, ihrer bodendeckenden Eigenschaft und ihrer schönen Blütenstände halber nicht missen möchte, ist die Bergenie.

 

Bergenien

 

Im selben Hang entlang der Treppe blühen noch vereinzelte Überlebende der Rosentulpen. Von zehn im vorletzten Herbst gepflanzten leben noch fünf.

 

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Ebenfalls zehn Stück, aber bereits vor ca. 20 Jahren gesetzt: Papageientulpen in rosa-grün. Während ihre Artgenossen schon vor vielen Jahren verschwunden sind, kommt diese eine beharrlich jedes Jahr wieder zur Blüte. Eine solche Langlebigkeit ist bei diesen hoch gezüchteten Sorten ein echtes Wunder. Sieht sie nicht aus wie eine duftig schwingende Ballrobe?

 

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Im Gegensatz dazu ganz winzige aber trotzdem bildhübsche Blütchen hat das Mauerzimbelkraut Cymbalaria muralis , dass sich in die Umrandung des Moorbeetes schmiegt.

 

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Immer mal wieder kommt im Internet die Frage auf ob schwule Amseln Nester bauen. Ja, die Amselmänner bauen die Nester, schwul sind sie allerdings nicht, sondern bieten ihrer Angebeteten mehrere Fertighäuser zur Auswahl an. Hier hat der Kerl einen Bauplatz ausgesucht, der bei seiner Liebsten Eindruck machte – negativen.

Hübsch ist es ja geworden und eine solide Konstruktion. Sehr gut geschützt in der oberen Etage der Kletterrose.

 

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Wenn doch Madame nicht so feige wäre. Denn der Bungalow liegt direkt an der Fensterbank und sie nimmt bei der kleinsten Bewegung im Zimmer schon Reißaus.

Schade… Der Platz wäre so ideal zum Fotografieren gewesen und auch zum Filmen hätte die Kamera hier sehr gut stehen können.

 

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4 thoughts on “Austreibereien

  1. Das Herz geht einem auf in diesen Tagen. Ich liebe meine Farnaustriebe auch sehr, dass man sie Bischofstäbe nennt, wusste ich nicht. “Again what learnded.”
    Und die Bluebells … in die bin ich eh verliebt … in einem dieser Reisebusse vor Deiner Haustür wirst Du mich dann finden.

    Ich wünsche Dir einen schönen Feiertag.

    • OK….dann warte ich jetzt mal auf den Bus.
      Dir auch einen schönen Feiertag. Das (Garten)Wetter ist ja klasse.

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