Aussaat

Schwere Entscheidung – die Aussaat

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Aber wer mit der Gartenleidenschaft infiziert ist, hat binnen kürzester Zeit auch eine Leidenschaft für Samen. Nicht unbedingt für den Besitz der Samen selbst (obwohl …  habt ihr euch mal Bohnensamen in ihrer Vielfalt angeguckt?), sondern für das, was daraus hoffentlich mal wachsen wird.

Das geht mir nicht anders. Mal ist es die spezielle Pflanzenart, mal die besondere Blütenfarbe, mal sehe ich etwas in anderer Leute Gärten, das ich noch nicht kenne. Also werden ein paar Samen erbeten, gekauft und auch schon mal gemopst. Dazu kommen die vielen Samen, um jedes Jahr aufs neue den Küchengarten zu bestücken.

Neue interessante Sorten kommen auf den Markt und reizen zum Ausprobieren, alte Sorten sind spannend und werden getestet. Manche davon werden ins persönliche Standardsortiment aufgenommen, denn ich will sie nicht mehr missen. Andere verworfen, weil sie die Erwartungen nicht erfüllten. Das reicht von Krankheitsanfälligkeit bis kaum Ernte und somit besonders in kleinen Gärten, wo man mit der Anbaufläche geizen muss, nicht lohnend.  Viele andere werden nur im Wechsel immer mal wieder angebaut. Denn eines ist sicher. Alle auf einmal geht nicht. Dazu fehlt mir schlicht der Platz. Und da Gummibeete noch nicht erfunden sind, muss eine Auswahl getroffen werden – jedes Jahr aufs neue. Und das ist alles andre als einfach.

Dann kommt der Tag, an dem mein Küchentisch so aussieht: Hunderte von Samentütchen, fein in einer Kiste sortiert nach Salaten – Wurzelgemüsen – Bohnen – Kürbisgewächsen und so weiter.  Ich nenne sie liebevoll: “Samenbank” Dazu Neuzugänge, mein Gartentagebuch und den Laptop um Restfragen zu klären. Nicht immer ist eine Aussaatanweisung auf den Tütchen. Jedenfalls bei speziellen Händlern, die nicht nur 0815-Saatgut führen. Von selbst gesammeltem (siehe oben) mal ganz zu schweigen.

 

 

Aussaat

 

Erstaunlich wie viel Zeit ich mit “Samenbank” verbringe, um gemeinsam zu entscheiden, was dieses Jahr in die Beete kommt. Zu entscheiden, was ich wo aussäe, ist nicht einfacher. Denn es gibt unterschiedliche Keimtemperaturen zu beachten. Das trennt schon in Anzucht im Haus oder im Gewächshaus. Andere Samen müssen direkt ins Beet.

Im Haus ist nur begrenzt Platz. Und aus einer Schale mit Sämlingen wird ganz schnell eine ganze Zimmerecke voller Jungpflanzen in Töpfen, die ausreichende Lichtmengen und verschiedene Wärmezonen beanspruchen.

Die hier, sind immer die ersten (Paprika, Auberginen, Chilis usw.) wegen ihrer langen Entwicklungszeit. Wärmebedürftig bei der Keimung, brauchen sie in den nächsten Tagen mehr Platz. Sie werden in Töpfe pikiert. Dann brauchen sie immer noch viel Licht, aber die Temperatur kann auf 18°C abgesenkt werden, um ein Vergeilen zu verhindern.

 

 

Aussaat

 

 

Daher ziehen sie anschließend um ins Gästezimmer. Dort gibt es in Kürze wieder eine temporäre Anzuchtstation mit Zusatzbeleuchtung. Das sieht bald wieder so aus.

 

 

Anzuchtstation

 

 

im Gewächshaus muss ich noch das Regal für die Saatschalen aufstellen, dann kann es dort losgehen. Kohl in allen Variationen mag es eher kühler zum Keimen, aber nicht eiskalt.

Die Beete draußen für die Direktsaat müssen erst vorbereitet werden. Das ist momentan aber unmöglich, weil der Boden viel zu nass zum Bearbeiten ist. Andererseits scheint es dieses Jahr schon einen frühen Frühling zu geben. Es juckt entsprechend in den Fingern. Erfahrungen aus dem letzten Jahr sagen: “Vorsicht! Das kann noch mal ganz anders, nämlich fies frostig, werden.” Also stecke ich wieder mittendrin im Dilemma.

 

Am Ende des Tages hat “Samenbank” zwei Tüten ausgespuckt. Sortiert nach Aussaatmonat. Eine für den Februar und eine für den März. Die werde ich in den nächsten Wochen abarbeiten.

 

 

Aussaat

 

Allerdings ist mir was aufgefallen. Längere Zeit hatte ich mich auf den Küchengarten konzentriert. Also eine ordentliche Samenbank für Futtermittel angelegt. Aber nun habe ich auch wieder einiges an Blumensamen bestellt.

Bedeutet: “Samenbank” braucht noch eine blümerante Schwester – also quasi “Blumenbank”.

Und noch mehr Entscheidungen müssen getroffen werden. Die Geister, die ich rief.

 

 

Bis bald

                                                   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

One thought on “Schwere Entscheidung – die Aussaat

  1. Hallo Claudia,
    Du hast recht, es ist nicht so einfach mit dem Aussäen. Ich mache da immer lange Listen und streiche am Ende doch alles wieder zusammen, weil ich keinen Platz habe für alles, was ich gerne möchte.
    Ganz liebe Grüße
    Clara

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