Rose

Diesen November im Garten

Es ist November. Für viel sicherlich, durch die Umstände, der tristeste ihres Lebens. Nichts desto Trotz war das Wetter überdurchschnittlich gut und mild bisher. Somit ist auch im Garten noch einiges los. Und wenn die Sonne scheint kann man sich mit etwas Glück noch für ein Stündchen raus setzen. Bei 18-19°C reicht dafür sogar eine Strickjacke.

Den Pflanzen geht es ähnlich. Die Rosen haben alle noch Blüten. Nicht so üppig wie im Sommer, aber immerhin. Im Vorbeigehen Rosenduft zu schnuppern, ist ja zu dieser Jahreszeit auch nicht zu verachten.

 

Rose

 

Rose

 

Rose

 

Der Perückenstrauch Cotinus coggygria ‘Royal Purple’ gibt zum Finale noch mal alles. Statt dunkelrot leuchtet es jetzt in einem tollen Orangeton in der Sonne. Da werden selbst die dunklen Wolken zur hübschen Kulisse.

 

Perückenstrauch

 

Wirklich ungewöhnlich ist der Teich. Die Schwimmpflanzen sind alle noch topfit. Dabei vertragen Muschelblume Pistia stratiotes und Schwimmfarn Azolla keine Kälte, da sie aus tropischen Gegenden kommen. Sogar eine Nacht mit Luftfrost haben sie überstanden. Schon erstaunlich. Ich habe schon vor ein paar Wochen einige Sicherungskopien in einen Eimer Wasser ins Gewächshaus umgesiedelt. Aber die draußen abzufischen und zu kompostieren bringe ich einfach nicht fertig. Obwohl das schlauer wäre, bevor sie doch von der Kälte dahingerafft absinken und den Teich überdüngen. Aber sie sind noch so schön jetzt.

 

 

 

Ungewöhnliches, mehrstimmiges Gezwitscher führte mich zu unser abgestorbenen Eberesche.  Da saß ein kleiner Trupp Stieglitze oder Distelfinken. Seltene Gäste bei uns. Aber wenn die Samen der verschiedenen Disteln in meine Beeten reif sind, sind sie da. Diese hier sind sogar noch ein wenig länger geblieben. Es sind übrigens eigentlich vier. Einer hält sich aber immer ein wenig abseits. Ich habe seine Privatsphäre respektiert und ihn nicht fotografiert. Die anderen drei waren dafür um so willigere Models.

 

Stieglitze Distelfinken

 

Stieglitze Distelfinken

 

Stieglitze Distelfinken

 

Bemerkenswert, dass dieses Trio die einzigen Vögel waren, die sich überhaupt noch auf diesen Baum getraut haben. Allen anderen war er schon lange zu unsicher. Zumal immer wieder kleinere Äste abstürzten. Mit entsprechenden Magenschmerzen habe ich jeden Windstoß zur Kenntnis genommen, und hatte eine gehörige Portion Angst vor einem Herbststurm. Denn die tote Ebersche stand gleich neben dem Gewächshaus, sogar mit leichter Neigung dorthin.

Dann eines Tages – mal wieder ohne Termin – kamen endlich ein Unternehmen und entfernte den Baum im Auftrag der Vermietungsgesellschaft – mit fast einem Jahr Verspätung!!!

 

Baumpfleger bei der Arbeit.

 

Weg isser endlich, und ich brauche keine Angst mehr zu haben. Nur zwei Meter Stamm habe ich durch schnelles Bremsen der Baumschubser gerettet. Die dienen als Stütze für das Spalier meiner ‘Ghislaine de Feligonde’. Die wäre mit sonst wohl ermattet auf die Bank gekippt.

 

Gewächshaus im Herbstgarten

 

Diese beiden haben jetzt ein echtes Problem. Die grüne Gefiederfarbe lässt die Halsbandsittiche im Sommerhalbjahr optisch im Laub verschwinden. Selbst wenn man ihr Geschrei aus dem Baum hört, sind sie fast unsichtbar. Das ändert sich jetzt schlagartig. Hinter den Gelbtönen des Herbstlaubs fallen sie genauso auf, wie im kahlen Geäst. Gut für Fotos, gut für Raubvögel, schlecht für die Schreihälse – denn die können auch jetzt den Mund nicht halten.

 

Halsbandsittiche in Köln

 

Im Mai habe ich im Angebot ein Pampasgras Cortaderia selloana einer kleineren (nicht näher bezeichneten) Art im Baumarkt gefunden. Gesamthöhe ca. 160 cm, und somit auch für kleinere Gärten wie meinen geeignet.  Angeblich soll es ein paar Jahre bis zur ersten Blüte dauern. Nun ja, das wusste meines wohl nicht. Zu meiner Freude hat es dieses Jahr schon drei Blütenstände gebracht.  Denen fehlt zwar ein Meter zu den einssechzig. Aber immerhin.

 

Pampasgras

 

Zum Schluss noch ein kleines Gebastel. Von meiner Freundin habe ich das Gehäuse eines Seeigels, dass sie als Strandgut gefunden hat, bekommen. Daraus wurde mittels einer Tillandsie ein Krake fürs Badezimmer. Um den Fuß der Tillandsie einen dünnen Bindfaden wickeln, den kann man dann durch die natürlichen Öffnungen des Gehäuses fädeln, wo einmal die Stacheln saßen. Da epiphytische Tillandsien ja auf Bäumen wachsen, macht ihnen der Kopfstand nichts aus. Gegossen und gedüngt wird mittels Sprühflasche. Eigentlich könnten da noch zwei hängen. Hmm …. ob meine Freundin noch Strandgut hat?

 

Seeigel Tillandsie

 

Seeigel Tillandsie

 

 

Somit wären wir jetzt bei den Zimmerpflanzen angekommen. Aber dazu demnächst mehr.

 

 

 

Bis bald

                                       

 

 

 

4 thoughts on “Diesen November im Garten

  1. Hallo Claudia,
    das hält ja super mit dem Seeigel, ich hatte immer welche, die ziemlich zerbrechlich waren, da hatte ich am Ende nur mehr Scherben… Sieht jedenfalls super aus so umgedreht und bepflanzt.
    Viele Grüße
    Elke

    • Hi Elke,
      kommt vielleicht darauf an wie lange sie am Strand salzpaniert in der Sonne herum gelegen haben. Dann werden sie wohl ziemlich schnell morsch.

  2. Hallo Claudia,
    das Duo in der Nasszelle kommt gut! Witzige Idee.
    In Deiner Gegend ist Vogeltechnisch richtig was los. So viele doch seltene Arten zu sehen ist toll. Auch die Exoten finde ich charmant.
    LG…Stephanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.