Gyroskraut (Artemisia caucasica)

Hangbepflanzung geändert und Gyroskraut

Der leidige Hang hatte – mal wieder – eine Überarbeitung nötig. Letztes Jahr war er, mit der Bepflanzung mit im Wesentlichen Taglilien Hemerocallis, sogar während der Dürre ein schöner Anblick. Dieses Jahr änderte sich das aber leider zum negativen. Wieder herrscht schon seit Wochen Dürre, die Pflanzen sind nicht in der Lage sich Wasser aus tieferen Schichten zu holen denn dort ist schlicht keines mehr. Die Böden haben keine Reserven. Irgendwann macht sich das bemerkbar. Gießen ist auch keine auf Dauer ausreichende Lösung. Den Pflanzen sieht man es an. Auch den Hemerocallis.

 

Hangbepflanzung

 

Darüber hinaus sind die Taglilien seit der Pflanzung vor vier oder fünf Jahren natürlich gewachsen. Man kauft Taglilien ja üblicherweise als einzelne Fächer. Aus denen wurden inzwischen kräftige Horste, die sich gegenseitig ins Gehege kamen. Da Hemerocallis von Natur aus dazu neigen schon ab Juni gelbe Blätter zu bekommen, sah das bei der Menge nur noch schlimm aus. Vor lauter gelbem Laub und Blättergestrüpp fielen die Blüten gar nicht mehr auf. Es musste also was passieren.

 

Hangbepflanzung

 

Komplett diese pflegeleichten Pflanzen aus dem Hang zu entfernen kam nicht in Frage, aber ausdünnen und mit anderen Stauden ergänzen durchaus.
Und dann stand ich da vor dem Elend und musste entscheiden welche Taglilien ich entnehme und welche bleiben dürfen. Wobei ja eigentlich alle bleiben dürfen. Ein Teil wird nur in andere Beete umgesiedelt. Ich habe mich dann dazu entschlossen alle mit gelben und lachsfarbenen Blüten zu entnehmen. Pink-, Rosè-, und dunkle Rottöne dürfen bleiben. Dazu ein wenig Orange damit es nicht  zu kühl wirkt. Da alle Farben gemischt gepflanzt waren, ergeben sich so nicht nur ausreichende Abstände der verbleibenden Pflanzen, sondern auch farblich stimmige Bilder mit der restlichen Bepflanzung.

In dem trockenen Boden die Pflanzen auszubuddeln war richtig harte Arbeit. Aber eine Stunde später sah es dann so aus. Schon viel übersichtlicher.

 

Hangbepflanzung

 

Und das sind die Ergänzungspflanzen: Ein großer Sonnenhut war noch vorhanden. Er stand bisher in einem Topf und war inzwischen zu groß geworden. Ein beherztes Teilen des Wurzelballens und damit wurden zwei Pflanzstellen versorgt.

Daneben die Pflanze im Topf ist vermutlich ein Steppensalbei Salvia nemorosa. Letztes Jahr habe ich den kleinen Sämling in einer Fuge im Vorgarten gefunden und getopft. Er hat den Winter ohne Probleme draußen überstanden und sich gut entwickelt. Jetzt darf er einen festen Platz einnehmen. Vielleicht sät er sich ja sogar noch mal aus. Ich hätte nichts dagegen.

In der Schale ist eine Polsterglockenblume Campanula portenschlagiana in Weiß. Ein Überbleibsel der Frühlingsdeko meiner Tochter. Inzwischen hat sie sich vom Zimmerdasein im zu kleinen Topf  leidlich erholt.

Um noch ein wenig Blau und auch Duft in den Hang zu bekommen gibt es noch sechs Lavendelpflanzen dazu. Davon kann man sowieso nie genug haben.

 

Hangbepflanzung

 

 

Nun gibt der Hang ein strukturierteres und gleichzeitig abwechslungsreicheres Bild ab.

 

Hangbepflanzung

 

Hangbepflanzung

 

 

Und dann sind vorgestern noch ein paar spezielle Pflanzen geliefert worden. Alle sind essbar, denn ich bin immer auf der Suche nach Besonderheiten für die Küche. Zu den anderen hier demnächst mehr. Im Hang steht nur eine davon. Der Rest im Küchengarten.

Es ist ein Gyroskraut Artemisia caucasica. Verwandt mit z.B. Wermut und Beifuß ist es genügsam was den Standort angeht. Es kommt mit wenig Wasser und Dünger klar, möchte aber viel Sonne. Allerdings soll es mit der Frosthärte nicht weit her sein. Deshalb steht es im Topf und kann ggf. ins ungeheizte Gewächshaus umziehen falls es mal nennenswerte Minustemperaturen geben sollte.

 

Hangbepflanzung

 

Ich habe es wenn ich ehrlich bin einfach aus Neugierde mitbestellt. Was den Geschmack betrifft bin ich mir noch nicht so wirklich einig. Es soll – nomen est omen – nach Gyros schmecken, und daher für Vegetarier besonders interessant sein. Naja, es hat tatsächlich einen herzhaften Geschmack und ein wenig Umami ist schon dabei. Aber wirklich Gyros kann ich darin nicht erkennen.

 

Gyros-Kraut (Artemisia caucasica)

 

Und wie in der Familie üblich, ist der leichte Wermutunterton auch nicht zu leugnen. Bisher habe ich es allerdings noch nicht in Gerichten sondern nur mal pur versucht. In der Küche werde ich es sicher auch noch testen. Vielleicht überzeugt es mich dann doch noch.

 

Gyros-Kraut Artemisia caucasica

 

Bis dahin habe ich erst mal ein paar Stecklinge zur Vermehrung geschnitten – für meine Freundin. Sie kann, als Vegetarierin, dem Gyroskraut vielleicht wirklich mehr abgewinnen. Aber ganz am Ende bleibt Artemisia caucasica ein hübsche Pflanze, die bei Berührung aromatisch duftet – ob man sie nun essen mag oder nicht.

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Hangbepflanzung geändert und Gyroskraut

  1. Ich habe kürzlich auch ein wenig tabula rasa in meinen Beeten gemacht, weil alle Geranium schon sehr lang und unansehlich waren. Jetzt sieht es fast ein wenig kahl aus, weil ich die Pflanzen zum Teil auch noch verkleinert habe, denn es waren schon ganz schön heftige Wurzelstöcke. Ist ja bei der Hitze momentan eigentlich auch nicht so sinnvoll. Aber meine Geranium werden das überleben. Obwohl manche auch schon ganz schön vertrocknet aussehen!
    Viele Grüße von
    Margit

    • Ja, der Zeitpunkt ist schon merkwürdig. Bei mir ging es darum die Farben zu sehen um dieTaglilien zu selektieren. Das kann ich so einfach viel besser als nach Etiketten und Fotos.

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