Kalt, nass, blühend

Seit dem späten Mittag hätte ich Zeit im Garten zu arbeiten. Hätte…Dummerweise macht mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Kühl und nass stehen auf dem Plan des Wettergottes. Vor allen Dingen nass. Gut, der Regen ist dringen notwendig. Aber Sonne wäre mir trotzdem weitaus lieber.

Wenn ich also schon draußen nicht arbeiten kann, so kann ich doch fotografieren. Also machen wir einen Gartenrundgang und schauen was alles gerade blüht.

Fangen wir im unteren Gartenteil am Bach an.

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Hier blüht die Große Wolfsmilch Euphorbia characias, das Lungenkraut Pulmonaria officinalis und die Gänsekresse Arabis blepharophylla.


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Weiter vorne am Teich blühen die ersten Sorten meiner kleinen Traubenhyazinthen-Sammlung. Die blaue Muscari armeniacum die so gerne durch den ganzen Garten vagabundiert, kennt sicher jeder. Wenn ich nicht aufpasse erobert sie jedes Fleckchen Erde. Die weiße Form Muscari azureum ‘Album’ soll nicht ganz so invasiv sein. Ich habe sie erst seit zwei Jahren, also warten wir’s ab. Die Muscari aucheri ‘Mount Hood’ in hellem Blau mit weißen Spitzen, ist ein Neuzugang vom letzten Herbst. Ich hatte per Zufall einen Händler mit einer großen Auswahl von Traubenhyazinthen gefunden und war erstaunt wie viele verschiedene es gibt. Da musste ich natürlich sofort ein paar Sorten bestellen.

 

 

Ein paar Schritte weiter, auf halber Höhe der Treppe blüht jetzt überschäumend die Schleifenblume Iberis sempervirens . Diese Pflanze ist inzwischen zwanzig Jahre alt und immer noch vital. Sempervirens bedeutet ewig lebend. Sie macht dem Namen alle Ehre. Nach der Blüte bekommt sie einen kräftigen Rückschnitt – das hält sie jung.

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Auf der anderen Seite der Treppe noch zwei Narzissenarten. Die erste war schon vor mit da. Sie sind irgendwann zwischen 1921 und 1994 gepflanzt worden. Wenn ich solche Schätze finde, wünsche ich mit immer sie könnten mir Geschichten erzählen aus der Zeit bevor ich herkam. Davor blüht der Goldlack Erysimum cheiri (Cheiranthus cheiri) in rostrot. Und daneben mit wesentlich kleineren, gelbe Blüten aber genau so großem Duft die Wildform.

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Weiter am schattigen Hang entlang blühen Bergenien und Blauer Lerchensporn Corydalis elata. Die Blätter gehören zu Herbstalpenveilchen Cyclamen hederifolium. Da der Lerchensporn sehr schnell nach dem Abblühen komplett einzieht, stört er die Alpenveilcchen nicht.


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Weiter geht es im oberen Gartenteil.Dort blühen jetzt die Tazetten-Narzissen mit mehreren Blüten an einem Stiel. Sie mag ich schon wegen ihres betörenden Duftes. Wenn die Sonne scheint und die Luft warm genug ist strömen sie ganze Duftwolken aus.

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Hier kommen in den nächsten Tage rote Tulpen. Ich mag sie nicht besonders. Aber wie das so ist, was man nicht mag kommt wieder – was man mag verschwindet. Die vielen ‘Queen of the Night’-Tulpen zum Beispiel, die ich vorletztes Jahr gesetzt habe.

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Die Kerrie Kerria japonica steht in voller Blüte.

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Zu ihren Füßen wilde Schlüsselblumen Primula veris die ich als ganz kleine Sämlinge aus dem Garten einer Bekannten bekam und die sich inzwischen ausgesät haben.
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Im Teich sind über Nacht die Sumpfdotterblumen Caltha palustris aufgeblüht. Noch sind die Stiele kurz, werden in den nächsten Tagen aber immer länger. Oft so lang dass sie umkippen.

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Hier die ersten zaghaften Blütchen am Vergissmeinnicht. Ich habe nie eins gekauft oder gesät. Aber ich habe sie schon immer  überall im Garten.

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Im Frühjahr blüht noch ziemlich viel in Gelb. Später im Jahr wenn alles überschäumend blüht, verschwindet die Farbe Gelb weitgehend. Denn in meinem kleinen Garten wird es mir dann zu bunt. Aber im Frühling finde ich diese sonnige Farbe, nach dem Grau des Winters, einfach unverzichtbar.