Wer braucht schon Rasen im Vorgarten?

Irgendwann vor ein paar Jahren stellte ich mir die Frage: Wer zum Henker braucht eigentlich im Vorgarten Rasen? Den nutzt kein Mensch. Oder würde sich jemand von euch im Bikini an die Straße legen? Eben!

Rasenmähen muss trotzdem regelmäßig sein. Warum lasse ich also diese Fläche sinnlos brach liegen? Mache ich doch einen Küchengarten vors Küchenfenster – ist doch logisch.

Gesagt – getan. Rasen abgetragen, massenweise Wurzeln der Ligusterhecke ausgegraben, eine große Yucca filamentosa verkauft an Selbstausgräber und schon war Platz für Gemüsebeete. Vier Stück sind es geworden. Mit Reihen von alten Ziegelsteinen als Wege unterteilt. Jeweils ca. 2,5 m lang und 1,0 m breit.

Letztes Jahr sind dann auf der anderen Seite des Hauptweges zur Haustür noch vier Hochbeete dazugekommen. Randbeete gibt es auch noch. In denen stehen unter anderem eine große Feige und diverse Sorten Beerenobst.

Bemerkenswert wie viele Passanten seitdem am Eingang bremsen und lächelnd in meinen Vorgarten schauen. Sogar geklingelt haben schon Leute und nach den Namen der Tomatensorten gefragt. Ich finde das toll.

Nachdem es in den letzten Wochen kaum geregnet hat, ist die Erde schon gut abgetrocknet. Beim Blick aus dem Küchenfenster war klar, dass ich mich jetzt dringend um die Bodenbearbeitung in den Gemüsebeeten kümmern muss. Also ran an den Speck.

Wer diesen “Winter” echt genossen hat ist das Unkraut. Unglaublich was sich da in den wenigen Monaten breit gemacht hat.

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Ergo bin ich auf allen Vieren durch die Beete gekrochen und habe alles ausgestochen was eine Pfahlwurzel hat, aber dafür hier nichts zu suchen. Akeleien und Königskerzen – die hatten sich in Maßen ausgesät. Dazu Unmengen Schaumkraut. Dieses Zeug erobert in affenartiger Geschwindigkeit einen Garten. Schon so früh im Jahr spritzen die Samen bei Berührung meterweit.

Danach den Boden gelockert, aufgesandet, eine Schicht Pflanzerde verteilt und gleich Dünger darüber. Das ganze noch mal gut durchgeharkt und die Beete sind pflanz- und saatbereit.

Nach zwei Stunden sah es dann so aus:

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Am liebsten würde ich jetzt gleich bepflanzen, aber das ist noch ein bisschen früh. Die Aussaaten müssen ja erst mal zu ordentlichen Jungpflanzen heran wachsen. Aber in der Mitte dieses Beetes steht eine Reihe Grünspargel. Vielleicht wird der ja schon bald von der Sonne geweckt.

Bei der Buddelei habe ich doch glatt ein paar Bodenschätze ausgegraben – übersehende Kartoffeln der Sorte ‘Rosita’ und einer andere Sorte, die ich nicht zuordnen kann, die den Winter schadlos überstanden haben. Wie praktisch.

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Die liegen jetzt auf der Küchenfensterbank zum Keimen und  dienen in ein paar Wochen wieder als Saatkartoffeln.