Tag der Zimmerpflanze

Seit einigen Jahren fällt auf, dass so ziemlich jeder Tag des Jahres irgendetwas gewidmet ist oder auf etwas aufmerksam machen soll. Es gibt den Tag der Frau genau so wie den etwas skurril klingenden Tag des Wasserklosetts. Heute ist der Tag der Zimmerpflanze. Ich habe keine Ahnung wer all diese Tage festlegt. Für den heutigen Tag soll das US-amerikanische “The Gardener’s Network” verantwortlich sein, um am “Houseplant Appreciation Day” Zimmerpflanzen zu fördern.

Aber das soll uns an dieser Stelle auch schnurzpiepegal sein. Aber da Pflanzen die Existenzberechtigung dieses Blogs sind, nehme ich ihn zum Anlass mir meine Zimmerpflanzen mal genauer anzusehen.

Wobei…was ist denn eigentlich eine “Zimmerpflanze”?

Einfach alles was grün ist, lebt und in Zimmern rum steht? Oder gibt es eine feste Definition?

Der Duden sagt nur: Zierpflanze, die in Wohnräumen gehalten wird. Naja, so schlau wären wir auch alleine gewesen. Wikipedia ist da schon weitaus redseliger.

Ich versuche mich mal an einer persönlichen Einordnung:

Zimmerpflanzen sind meiner Meinung nach Pflanzen, die an ihrem natürlichen Standort ähnliche Bedingungen haben, wie sie unsere Wohnräume ungefähr bieten können. Das betrifft Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Außerdem soll die Pflanze selbst bestimmte Bedingungen erfüllen. Wichtig vor allen Dingen die Größe. Schließlich kann man schlecht ein Loch in die Decke kloppen wenn das Ding zum Riesen mutiert und kein Rückschnitt möglich ist, etwa bei Palmen. Pflanzen mit Dornen oder Stacheln sollen ein handliches Format haben, damit man sich nicht im Vorbeigehen die Haut ritzt oder dauernd Kollateralschäden an Klamotten hat. Stinken ist auch nicht gut. So eine Stapelia hat tolle Blüten, aber der Aasgeruch ist unzumutbar. Zumal der dann auch noch Fliegen anlockt. Idylle auf der Fensterbank ist anders.

Ob man die Definition auf die Verweildauer im Zimmer ausdehnen möchte muss jeder für sich entscheiden. Denn ich stelle meine Pflanzen einen Großteil des Jahres in den Garten. Sind es dann keine Zimmerpflanzen mehr? Andere haben Küchenkräuter langfristig auf der Küchenfensterbank. Sind das dann Zimmerpflanzen? Zwiebelgewächse wie der Ritterstern bleiben nur ein paar Wochen bis sie verblüht sind. Treibnarzissen wandern nach dem Abblühen oft in die Tonne oder besser ins Gartenbeet. Aber auf jeden Fall raus aus dem Zimmer. Dann sind da noch die Kandidaten, die auf die fürchterliche Bezeichnung “Wegwerfpflanze” hören. Der Weihnachtsstern ist ein aktuelle Beispiel. In den meisten Wohnungen macht er schnell schlapp, und obwohl er eine Pflanze ist, die zu einem großen Busch wachsen und viele, viele Jahre leben kann fliegt er in den Müll. Fleißigen Lieschen, Flammenden Käthchen und einigen anderen ergeht es ähnlich. Sind die deshalb alle keine Zimmerpflanzen?

Das endgültig zu klären überlasse ich schlaueren Menschen. Statt dessen werfe ich mal einen Blick oder besser eine Linse auf mein eigenes Zimmergrünzeug. Und das ist zugegebenermaßen nicht sehr viel. In einem alten Siedlerhaus mit kleine Fenstern und Heizkörpern unter jeder Fensterbank – falls überhaupt eine vorhanden ist, ist es alles andere als einfach Pflanzen einigermaßen erträgliche Bedingungen zu schaffen. Deshalb überwintern die meisten nicht winterharten Pflanzen bei mir im Gewächshaus. Aber ganz auf Grünes verzichten für fast ein halbes Jahr? Nee, geht gar nicht!

Da unsere Räume auch nicht gerade Tanzsaalformat haben, sind die meisten grünen Mitbewohner Eckensteher.

Da wäre zum Beispiel die Yucca. So ein Ding gibt es fast in jedem Haushalt, und kaum eine Pflanze ist robuster. Sie ist übrigens mit dem Spargel verwandt; mit Palmen hat sie nichts zu tun. Sie steht im Treppenhaus auf einer Kurvenstufe, die etwas breiter ist als der Rest, und wie man sieht, in einer Ecke.

 

 

Yucca

 

Optisch ähnlich sind die Drachenbäume, hier Dracaena marginata mit den schmalen Blättern. Auch keine Palme übrigens. Sie gibt im Wohnzimmer den Eckensteher und ich bin ganz stolz auf mich, dass sie ausnahmsweise keine braunen Blattspitzen hat.

 

 

Dracaena marginata

 

Eine der In-Pflanzen der letzten zwei Jahre ist die Monstera deliziosa oder Fensterblatt. So benamt wegen der fensterförmigen Öffnungen in den Blättern. Hier in der Ecke zwischen Regal und Fenster im Büro. Aus zwei kleinen Stecklingen mit je einem Blättchen gezogen, ist sie binnen einen Jahres zu einer kräftigen Pflanze gewachsen.

 

Monstera deliziosa Fensterblatt

 

Gleich daneben eine kleine Sammlung aus Sukkulenten und ganz links oben eine Mangopflanze aus einem Kern gezogen.

 

Sukkulenten im Zimmer

 

Auf der gegenüberliegenden Seite kommt weniger Licht durch das Fenster . Hier steht mein Sorgenkind. Die Tradeskantie “Blushing Bride” bekommt im Winter immer eher braune als errötende Blätter. Erholen muss sie sich dann im Sommer im Garten.

 

 

Tradeskantie "Blushing Bride"

 

Im oberen Bad dann die Begonia albopicta var. Rosea in der Ecke an der Badewanne. Forellenbegonie heißt sie wegen der Form und Punktierung ihrer Blätter, die an eine Forelle erinnern sollen.  Sie blüht sogar. Jetzt in zartestem rosé, während sie im Sommer kräftig lachsrosa Blüten treibt. Dafür fehlt ihr aber jetzt das Licht.

 

Begonia maculata Forellenbegonie

 

 

Wie auch immer man Zimmerpflanzen definiert, arrangiert oder ob man sie in Erde, in Hydrokultur, in Aquaponic oder sonst wie hält. Halten sollte man sich auf jeden Fall welche. Es gibt für fast jeden Standort die richtige. Man muss sie nur finden. Und dann tut sie uns gut – dem Raumklima und der Seele.

 

 

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu “Tag der Zimmerpflanze

  1. Ich gestehe ja, dass ich in meinem Haushalt keine Zimmerpflanze sein möchte. Im Moment sehen sie jedoch ganz gut aus! Es kommen mir auch nur noch sehr robuste Pflanzen ins Haus. Nachdem ich letztes Jahr meine Orchideen allesamt entsorgt habe, grünt es jetzt wieder am Fensterbrett. Die Orchideen waren voll mit Wollläusen, die ich einfach nicht in den Griff bekam. Da blieb nur noch die Tonne.
    Viele Grüße von
    Margit

    • Orchideen sind so eine Sache. Eigentlich pflegeleichte und robuste Pflanzen, schaffen sie es doch am Ende immer alle gleichzeitig zu kollabieren – warum auch immer.
      Viele Grüße
      Claudia

  2. Hallo Claudia,
    das ist ja ein Zufall! Ich wusste gar nicht, dass der Tag der Zimmerpflanzen war, aber genau an dem Tag habe ich im Büro einen Ast vom Gummibaum bekommen, den ich jetzt bewurzeln möchte. Hoffentlich klappt es, denn im Gegensatz zur Monstera sind Gummibäume sehr aus der Mode und käuflich schwer zu bekommen.
    VG
    Elke

    • Na, dann drücke ich dir die Daumen, dass er gut bewurzelt. Bei der Monstera hatte ich letztes Jahr aber auch Probleme eine zu bekommen. Meine Freundin hat mir dann die beiden Stecklinge geschenkt.
      Viele Grüße
      Claudia

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