Früher Vogel und das Eichhörnchen

Dieses Wetter macht mich fertig. Klatschnass und kalt. Das geht einem in die Knochen, und morgens habe ich schon gar keine Lust aus dem Bett zu kriechen. Richtig hell wird es auch nicht. Das ist der Inbegriff dessen was am Winter hasse, und weswegen ich ein eingefleischter Sommermensch bin.

Den Tieren geht es auch nicht besser. Morgens bei Sonnenaufgang gehe ich erst mal mit einem Kaffee in der Hand ans Bürofenster um zu schauen was da draußen los ist. Einer der Vorteile beim Homeoffice, man macht halt mal Pause wenn die Fotomodelle da sind. Und ein Model saß schon oben im Ahorn und erwartete genau wie ich den Tag.

Obwohl Ringeltauben in lebenslangen Partnerschaften leben hockt sie da ganz alleine in der kalten Nacht. Wo wohl der Partner ist? Oder ist sie noch zu jung und muss bis zum nächsten Sommer warten um einen zu finden?

 

Ringeltaube

 

Mit jedem bisschen Licht, dass über den Horizont wandert, wird sie munterer.

 

 

Es wird jetzt schnell hell. Die Blaue Stunde dauert nur Minuten. Gründlich wir die Umgebung beäugt. Hat sich über Nacht was verändert, sind Eindringlinge im Revier oder gar ein Feind in Sicht? Nein alles ruhig.

 

 

“Na ja, bis auf die komische Frau da am Fenster mit der Kamera. Immer diese Paparazzi. Ich verschwinde Lieber und sehe zu, dass ich Frühstück in den Kropf kriege.”

 

 

 

 

Zur Mittagszeit ist ein anderes Model erschienen. Ein sehr flinkes allerdings. Was für ein praktischer Zufall, dass die Kamera samt Teleobjektiv noch auf dem Stativ steht. So griffbereit ist sie selten. Jedenfalls nicht wenn man sie braucht.

 

 

 

Gründlich wird der Garten inspiziert. Vom nachbarlichen Walnussbaum hat das Eichhörnchen vor ein paar Wochen Nüsse zu uns geschleppt und versteckt. Es wird nicht alle finden. Jetzt steht erst mal Vorratssuchen auf dem Plan.

 

 

“Erst mal im Hang schauen. Da verbuddel ich doch immer so viel. Was meine Gastgeber besonders ärgert, wenn sie dort die Bäume aus den Ahornwurzeln graben müssen, die ich so liebevoll gepflanzt habe. Naja – wenn ich ehrlich bin: Ich vergesse so viele. Liegt aber daran, dass ich sooo viele verstecke. Man weiß ja nie. Ein paar Vorräte mehr können ja nicht schaden.”

 

 

“Nur – wo sind sie bloß wieder? Da vielleicht? Nö nix.”

 

 

“Oder da hinterm Balken? Nein.”

 

 

“Wartet mal. Aber da auf der anderen Seite der Treppe sind ganz bestimmt ein paar Wahlnüsse. Ich bin ganz sicher.”

 

 

“Mist! Da waren bestimmt wieder diese blöden Mäuse an meinen Vorräten. Die klauen was das Zeug hält. Wenn ich die erwische ….”

 

 

“Ich geh mal rüber aufs andere Grundstück. Da ist ganz bestimmt noch was. Und morgen komm ich wieder und finde auch hier meine Verstecke wieder. Wenn ich doch nicht so vergesslich wäre. Was soll das erst werden wenn ich alt bin?”

 

 

 

Damit Eichhörnchen nicht mehr ganz so lange suchen muss, habe ich einen Vorrat an Eicheln und Walnüssen gesichert. Davon wird jetzt immer eine Hand voll in diesem Häuschen landen. Ich bin gespannt wann es die Futterquelle entdeckt. Und ich hoffe die Krähen bleiben dieses Jahr auch davon weg. Die haben nämlich letztes Jahr alles aufgefressen was ich an Vögel und Eichhörnchen verfüttert hatte.

 

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu “Früher Vogel und das Eichhörnchen

  1. Wirklich witzig 😉 Allerdings habe ich solche Szenen beim Vergraben bei uns beobachten können. Da gab es vor Jahren zumindest ein fürchterlich unentschlossenes Eichhörnchen, dass suchte, buddelte, hüpfte weiter, schaute sich um und alles mit einer Walnuß im Mäulchen. Ich glaube es waren 5 Löcher, die es buddelte, bevor die Nuß im Erdreich verschwand. Dann wäre es ja auch kein Wunder, wenn die Suche so lange dauert und teilweise erfolglos bleibt …
    LG Silke

    • Hallo Silke,
      kicher! Ich glaube unseres ist auch nicht wirklich schlauer.
      Viele Grüße
      Claudia

  2. Jetzt haben wir es bald geschafft und die Tage werden wieder länger! Schön hast Du die Tiere vor dem Fenster beobachtet. Wir wohnen zwar mitten in der Stadt… um uns herum ist aber viel Natur. Entsprechend viele Eichhörnchen kann man hier beobachten. Sie sehen einfach putzig aus… auch wenn es Räuber sind und ich auch schon die Plünderung eines Vogelnestes beobachtet habe.
    Viele Grüße von
    Margit

  3. Hallo Claudia,
    super Actionbilder vom Eichhörnchen, man kann es förmlich Grübeln sehen.
    Homeoffice ist super. Mit dem Kaffee in den Garten gucken, das hat schon was. Ich kann nur in der Arbeit aus dem Bürofenster schauen, das ist nicht so spannend.
    VG
    Elke

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