Laub, Laub, Laub und Nasen

Herbstfärbung ist toll. Herbstlaub sieht auch toll aus. Wenn man aber im Laub erstickt ist das nicht so toll.

Der Spitzahorn sorgt gerade mal wieder für Erstickungsanfälle in unserem Garten. Millionen von Blättern segeln auf alles – ja, auf tatsächlich alles. Denn der riesige Baum ist in unserem Minigarten völlig deplatziert.

Dazu kommt, das wir einen natürlichen Senkgarten haben. Rundherum von Hängen eingefasst und zur offenen Seite steht das Haus. So wirkt der Garten wie ein Trichter in den der Baum seine Blätter kippt. Jeden – aber auch jeden Tag wird Laub gefegt. Am nächsten Morgen sieht es dann wieder so aus.

 

 

  Und bis zum Nachmittag sind Terrasse und Rasen wieder unter einer soliden Laubschicht verschwunden.

 

Herbstlaub

 

Soweit das Auge reicht Laub. Und bevor jetzt jemand schlau kommentiert, man könne Laub doch liegen lassen oder kompostieren, der kann sich hier gerne einen LKW voll abholen kommen und in seinen Garten oder Komposter kippen.

 

Herbstlaub

 

Und natürlich liegt das Zeug nicht nur auf fegbaren Flächen. Das wäre viel zu einfach. Es setzt sich in jede Pflanze in jeden Topf in Teiche und Gießkannen.

 

 

Das große Strauchbasilikum mit Laubfüllung. Die Zweige biegen sich schon nach unten.

 

 

Es verschüttet Schläuche, die wir dank der anhaltenden Dürre noch brauchen, und wenn wir nicht aufpassen sterben Bodendecker und Sukkulenten darunter an Licht- und Luftmangel. Deshalb sind wir täglich mit Entlauben beschäftigt. So eine Art ziviles und positives “Agent Orange” auf Beinen.

 

Herbstlaub

 

Und wenn dann endlich wieder alle Blätter raus gefummelt sind, kommen darunter mindestens eben so viele Samen zum Vorschein.

Die sind noch schlimmer. Schwer genug um nicht vom Wind aus den Pötten gepustet zu werden, klein und flach genug um sich überall ein zu schleichen und fest zu setzen. Und die raus zu angeln gestaltet sich oft richtig schwierig. Manchmal hilft da tatsächlich nur eine Pinzette, wenn sie zwischen den Blättern größerer Pflanzen verhakt haben. Das sieht dann so richtig schön bescheuert aus. Welcher geistig normale Mensch rennt schon mit ‘ner Pinzette durch den Garten? Und alle die wir nicht erwischen – also ein paar Millionen – treiben dann im nächsten Frühjahr fröhlich Jungbäumchen in die Erde. Dann geht der “Spaß” in die nächste Runde.

 

 

Und weil ich zu den Leuten gehöre, die glauben jedem Mist noch etwas Gutes abgewinnen zu müssen: Unsere von dem Geriesel völlig verstopften Dachrinnen sind in diesem Dürrejahr kein großes Problem. Es regnet ja nicht.

Und in einem Anfall von Langeweile habe ich so Zwei- bis Dreihundert der Ahornnasen mit Holz und Schneckenhäusern auf Draht aufgefädelt. So richtig sichtbar wir der farblich gut getarnte Dekohänger wohl erst wenn das letzte Laub unten und beseitigt ist.

 

 

Aber ein Blick nach oben sagt: Das kann noch dauern!

 

Herbstlaub

 

 

 

 

 

 

5 Gedanken zu “Laub, Laub, Laub und Nasen

  1. Guten Morgen Claudia,
    stimmt, ohne die Sämlinge wäre es bestimmt viel angenehmer! Das Problem werden wir wohl in den nächsten Jahren auch immer mehr bei unserer Scheinakazie haben: Nicht nur Wurzelausläufer – auch noch reichlich Kinder …
    Aber ich liebe Laub als Mulchmaterial für die Beete. Wir haben uns früher sogar gern das Buchenlaub unserer Nachbarn säckeweise über den Zaun geben lassen. Nur da wir auch ein Zeckenproblem haben, haben wir uns durch das aufgeharkte Laub auch noch Nachbars Zecken-Larven & Nymphen in den Garten geholt. Als mir das klar wurde, mussten wir dann leider dankend ablehnen. Auch wenn mir nun ja auch noch das Laub der 3 eingegangen Apfelbäume und der von der Kiefer erschlagenen Mirabelle als Winterschutz für Rosen und Stauden fehlt 🙁
    Aber Laubmulch ist wirklich eine tolle Sache. Damals sah unser Garten mit Nachbars rot-braunem Buchenlaub richtig toll im Winter aus. Nur in einem kleinen Senkgarten und all’ den Sämlingen kann ich das mit dem Ahornlaub gut nachvollziehen …
    VG Silke

  2. Ja, das Laub kann wirklich zum Problem werden! Ich oute mich mal als bekennende “Laubbläserin”! Das hilft mir immerhin meine Massen an Eschenblättern zu beherrschen. Bei mir ist es zum Glück meist gerade noch so viel, dass ich es unter den Sträuchern oder in den Beeten verteilen kann. Dieses Jahr waren die Portionen irgendwie schön gleichmäßig verteilt. Aber, was zu viel ist, ist zu viel! Vom Rasen kann man es ja relativ problemlos “einmähen”! Aber an anderen Stellen ist das nicht so einfach.
    Viele Grüße von
    Margit

    • Stimmt, in den Hängen ist das unmöglich zu handeln. Zumal man sich bei den dauernden Aktionen auch noch alles zertrampelt.

  3. Hallo Claudia,
    wir haben in der Siedlung drei Kugelahorne. Das Beet darunter ist im Moment auch zugeschüttet mit dem Laub. Da hoffe ich immer, dass es sich im Frühjahr ein wenig zersetzt hat und dann für guten Boden sorgt. Aber man muss es auch von den Wegen runterfegen, und da kommt einiges an Volumen zusammen. Die Biotonne ist ständig überfüllt. Man müsste es schreddern, da gibt einen super Mulch, der kaum auffällt.
    VG
    Elke

    • Hallo Elke,
      bei diesen Mengen hat uns Schreddern leider auch nicht weiter gebracht. Und die Biotonne fasst das nicht mal andeutungsweise. Die wird nach und nach jede Woche mit gepresstem Laub gefüllt – bis in den Mai manchmal bis in den Juni hinein. Man kann sich das nicht vorstellen wenn man es nicht mal ein Jahr hatte.
      LG
      Claudia

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