Gartenrundgang August

Küchengartenrundgang nach der Hitzeperiode

Nachdem die extremst sommerliche Hitzeperiode mit Spitzenwerten bis knapp an die 40°C abgeklungen ist, und es sogar ein wenig Regen gegeben hat – wenn auch noch längst nicht genug um die monatelange Dürre zu kompensieren – hat sich der Garten ein wenig erholt.

Um es ganz klar zu sagen: Vieles ist einfach nicht mehr zu retten. Die Kohlernte fällt dieses Jahr wohl komplett aus. Die stark durch die Dürre geschwächten Pflanzen waren einfach viel zu anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

Beim Rotkohl kann ich – wenn überhaupt – winzige Köpfchen erwarten. Beim Filderkraut ebenso. Blumenkohl hat sich genau einer überhaupt entwickelt. Der bestand aus zwei winzigen Köpfchen an einem Stiel die verpilzt im Biomüll landeten. Kohlrabi sind winzig und zum großen Teil von Drahtwürmern erobert worden. Deren Bekämpfung ist leider mühselig und nicht wirklich erfolgreich. Tagetespflanzungen helfen ebenso nur bedingt wie Abfangen mit Kartoffelscheiben. Die Schnellkäferarten, deren Larven die Drahtwürmer sind, wandern halt immer wieder von außen zu.

Die Kartoffeln – es waren ja sowieso nicht viele, die ich gesteckt habe – sind auch schon geerntet. Leider hat es nur für ein Abendessen gereicht und ein paar Bratkartoffeln am nächsten Tag. Jedoch habe ich versuchsweise einfach die Pflanzen wieder eingepflanzt. Diesmal in tiefe Kunststofftöpfe mit lockerer Blumenerde. Ein paar ganz winzige Kartöffelchen hingen noch daran. Vielleicht werden die ja noch was.

Gartenrundgang August

Ganz großartig wachsen dieses Jahr die Spitzpaprika. Ellenlange Dinger, deren Form allerdings manchmal an eine Ziehharmonika erinnert. Sehen schon lustig aus. Aber sooo lang. Wahnsinn! Jetzt bitte noch rot werden.

Spitzpaprika

In den nächsten Tagen muss ich die Trauben verarbeiten. Solche Mengen hatte ich noch nie. Und sie sind schon weitestgehend reif. Da ich mit anderen Methoden – von Gelee (wurde nicht gegessen) bis Wein (war wohl nix) nicht gut gefahren bin – werde ich eine Tüte voll Beeren für Kuchen einfrieren. Aus dem großen Rest wird Saft. Dazu dann ein andermal mehr.

Trauben Vanessa

Die Hokkaidos haben zwar Früchte, aber sie sind klein. Jeweils nur eine Hand voll. Die Trockenheit hat bei diesen durstigen Pflanzen ihren Tribut gefordert.

Gartenrundgang August

Mangold scheint durch wirklich nichts zu beeindrucken zu sein. Weder die Hitze noch die Dürre haben ihm was anhaben können. Die Rote Beete sieht das schon anders. Jedenfalls sind die Knollen dieses Jahr klein und irgendwie fade. Kann aber auch an der Sorte liegen. Ich hatte die ‘Cylindra’ noch nie.

Ob das Sinn macht jetzt noch mal eine andere Sorte zu säen? Vielleicht ist es einen Versuch wert. Hier in Köln ist es meist sehr lange mild. Und bis November kriegt man vielleicht noch was hin.

Gartenrundgang August

Das habe ich mir auch bei Zuckererbsen und Buschbohnen gedacht und vor zwei Wochen noch mal gesät. Dank der Wetterberuhigung und ein paar Regenfällen sieht es gut aus.

Gartenrundgang August

An verschiedenen Stellen hat sich wieder der Baumspinat ‘Magenta Spreen’ ausgesät. Ich freue mich darüber denn er ist einfach lecker. Und die ideale Spinatversorgung wenn der “richtige” Spinat schon weg oder noch nicht wieder da ist.

Das Beet am Weg ist seit vorgestern leer. Die Erdbeeren wollten dort nicht mehr. Alles gießen half nicht. Kein Wunder. Beim Ausgraben der Pflanzen kamen mir wieder mal Wurzeln ohne Ende entgegen. Der Liguster hat einmal mehr seine Tentakel ausgebreitet. Die Erdbeeren waren ihm komplett unterlegen.

Dafür haben sie jetzt ein neues Beet am Zaun. Da Erdbeeren nur drei Jahre an ihrem Platz bleiben, geht das als Unterpflanzung der beiden neuen Schwarzen Johannisbeeren, die ich von meiner Freundin bekommen habe. Ich bin sehr gespannt wie sie sich entwickeln und wie sie schmecken.

Dieses Jahr ist ein grandioses Tomatenjahr – nur nicht bei mir. Ich hatte noch nie ein dermaßen schlechtes. Erst sind die Sämlinge gestorben, die zweite Saat auch zur Hälfte. Die geretteten Pflanzen wollten auch nicht so richtig in die Gänge kommen.

Im Gewächshaus war es außerdem nicht möglich den Boden auf Dauer feucht genug zu halten. Die Unkrautvliese die ich vorletztes Jahr dort eingezogen habe, scheinen die Wurzeln der Tomaten zu sehr aus zu bremsen. Wasser und Dünger sickern durch das Vlies nach unten weg und sind für die Pflanzen unerreichbar. Von oben brannten Sonne und Hitze. Das Ergebnis sind Tomatenpflanzen die momentan eine Höhe von gerade mal 70 cm haben. Unglaublich. Früchte sind Mangelware. Ich musste mir also dringend was einfallen lassen.

Des Rätsels Lösung ist mir erst vor drei Tagen eingefallen. Große Plastiktöpfe, die ich noch herumstehen hatte, bekamen über ihr Abzugsloch einfach ein abgepflücktes Blatt gelegt, darüber eine 1-2 cm dünne Schicht Erde. Diese Töpfe fasse jeweils 8 Liter Wasser und stehen nun zwischen den Pflanzen. Sie werden regelmäßig bis zum Rand gefüllt und das Wasser sickert nach und nach an die Wurzeln.

Eine Möchtegern-Tröpfchenbewässerung  sozusagen. Aber sie funktioniert. Seitdem ist der Boden gleichmäßig feucht und die Tomaten stehen aufrecht statt schlapp in der Gegend rum zu hängen.

Gartenrundgang August

Früchte sind jetzt auch in Sicht. Zwar wird sich alles verzögern, aber ich bin guter Dinge, dass die Pflanzen jetzt noch ordentlich Blüten bekommen und Früchte produzieren. Immerhin, ein paar kann man schon ernten. Die Sorten kann ich momentan kaum zuordnen. Aber es ist mir auch ziemlich egal. Hauptsache Tomaten.

Die Tomaten im Freiland sind dieses Jahr um so besser. Von meinen beiden Sicherheitssorten, die bei jedem Wetter funktionieren, ‘Philovita’ und ‘Phantasia’ habe ich schon einige geerntet.

Gartenrundgang August

Die größte und von Blüten und Früchten überquellende Tomate ist allerdings eine die sich selbst ausgesät hat. Eine unglaublich wüchsige Pflanze und – zumindest bisher – absolut gesund. Ich habe sie mal von oben aus dem Schlafzimmerfenster fotografiert. So sieht man besser die Dimension des Busches im Beet.

Gartenrundgang August

Die langen, dicht  besetzten Rispen sehen vielversprechend aus. Ich bin schon sehr gespannt wie sie schmecken. Wenn sie lecker sind werde ich sie auf jeden Fall vermehren

Gartenrundgang August

Die Gurken lasse ich heute mal aus. Sie sind momentan nicht sehenswert, aber sie tragen reichlich. Schon einige sind in Gläsern für den Winter gelandet, einige verschenkt worden und eine reichliche Menge in unseren Mägen gelandet. Jetzt machen sie mal eine kleine Pause. Sie sei ihnen gegönnt. Ein bisschen Dünger wird sie wieder auf Trab bringen.

Salate habe ich gerade gar keine. Die Hitze hat alle schießen lassen und die neuen Sämlinge sind vertrocknet sobald sie im Beet standen. Ich habe jetzt noch mal ausgesät und hoffe es wird noch was. Das ehemalige Erdbeerbeet wartet auf Nachmieter.

Der Feigenbaum hängt wieder mal voller Früchte. Der erste Schwung ist abgeerntet und die Herbsterne braucht noch ein bisschen Zeit.

Ich werde berichten.

6 Gedanken zu “Küchengartenrundgang nach der Hitzeperiode

  1. Hallo Claudia,
    die Idee zur Bewässerung ist super. Meine Tomaten haben immer noch die Tropfbewässerung, nur der große Topf nicht, da habe ich mir jetzt auch was ausgedacht und hoffe, dass die Pflanze damit ein paar Tage am Stück durchhält.
    Mein Garten hat sich auch ein bisschen erholt, aber immer noch fehlt ordentlicher Regen.
    VG
    Elke

    • Hallo Elke,
      ja, stimmt. Es müsste wahrscheinlich Tage und Wochen regnen, um das Defizit auf zu fangen. Aber selbst das bisschen Regen wirkt besser als 10 x gießen. Die Natur kann es immer noch am besten.
      Viele Grüße
      Claudia

  2. Hallo Claudia,
    den Gewächshaustomaten war es dieses Jahr einfach zu heiß – Deine neue Bewässerungsmethode ist super !
    Die Outdoor-Tomaten hatten dieses JAhr ideale Bedingungen und die selbst ausgesäten Pflanzen scheinen eben widerstandsfähiger zu sein, das habe ich auch schon festgestellt.

    Meine Erdbeeren haben auch gelitten – und keine bis kaum Ableger gebildet,sodass ich nun für die nächste Saison neue Pflanzen kaufen muss …
    Ist doch prima, dass die Gurken so reichlich tragen – auch wenn sie optisch scheinen, als ob sie kurz vom “Exitus” stehen ;-).
    Viel Spaß weiterhin im Garten und eine reiche Ernte wünscht Birthe 🙂

    • Hallo Bithe,
      stimmt, Ableger haben meine auch nicht. Hoffen wir aufs nächste Jahr. Dir auch noch eine reiche Ernte.
      VG
      Claudia

  3. Liebe Claudia, wollte Dir gestern schon ein Kommentar hinterlassen, aber dann ist mir etwas dazwischen gekommen. Meine Tomaten verbrennen im Gewächshaus. Im Freiland habe ich kaum welche, da sie bei uns meistens nichts werden. Aber laut Wettervorhersage sollten wir die Hitze mit Donnerstag überstanden haben. Es sollte dann endlich einmal regnen und danach mit angenehmen 25°C weitergehen. Mal schauen, ob es stimmt. Einzig und allein meinen Paprika macht die Hitze nichts aus. Die wachsen wie verrückt.

    LG Kathrin

    • Hallo Kathrin,
      im Freiland habe ich eigentlich immer nur ein paar F1 Hybriden, die resistent gegen die Kraut-u. Braunfäule sind. Unser Wetter ist eigentlich warm aber zu nass – na ja – in normalen Jahren. Ich bin gespannt ob es sich ab Donnerstag normalisiert. Warm könnte es ja bleiben – aber auch warm regnen. Ich will mal zur Abwechslung rote Paprika haben.
      VG
      Claudia

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