The Heat Is On

“The Heat Is On.” Erinnert ihr euch an den Titelsong aus Beverly Hills Cop? Der bekommt momentan eine ganz neue Bedeutung.

Die Hitzewelle hat Deutschland schon seit einiger Zeit fest im Griff. Temperaturen über 30°C und in vielen Regionen seit Monaten anhaltende Dürre. Wald- und Flächenbrände – selbst in Großstädten, Ernten verdorren auf den Feldern, Wasserrationierungen in einigen Teilen Europas und vielleicht auch bald hier. Da ist man schon heilfroh wenn nicht irgend ein Vollidiot noch seine brennende Zigarettenkippe einfach weg wirft, oder ‘nen Grill im Park aufstellt. Und es soll möglicherweise noch heißer werden. Mutmaßliche Überschreitungen der magischen 40°C-Marke werden nicht ausgeschlossen. Was im Urlaub unter dem Begriff “Sonnigen Süden” gefeiert wird, wird hier in West- und Nordeuropa eher zur Belastung für Mensch und Natur.

Ich mag Hitze. Ich sage immer “Mir kann es gar nicht heiß genug sein, am liebsten ganzjährig.”. Kälte brauche ich nicht, frieren ist doof und Wintersport – meiner Meinung nach – überbewertet. Meinetwegen könnte es ganzjährig Sommer sein. Dazu gehen mir die Leute auf den Geist, die schon bei 25°C stöhnen es sei doch schon wieder viiiiel zu warm. Denn meistens sind es die, die über die letzten miesen Sommer maulten: Zu kalt – zu nass! Außerdem sind es genau die Leute, die jedes Jahr mindestens ein Mal nach “Malle” oder sonst wohin fliegen, um für diese Hitze einen Haufen Geld zu zahlen, und sich als Grillhähnchen zu betätigen. Diese ewigen Wettermotzer nerven. Nur gut, dass niemand in der Lage ist das Wetter zu bestimmen. Das würde mit absoluter Sicherheit den schlimmsten Krieg aller Zeiten auslösen.

Aber selbst ich als Wärme- und Sonnenfreak bin nicht blind für die Problematik dieses Hitzesommers. Zumal ich sie in kleinem Maßstab direkt vor Augen habe. Nämlich in meinem Garten. Ganz speziell im Küchengarten. Denn während im Ziergarten ganz viele mehrjährige Pflanzen stehen, die ihre Wurzeln im Laufe der Jahre metertief in den Boden Richtung Grundwasser wachsen lassen können, stehen im Gemüsegarten vorzugsweise Einjährige. Die haben zwar auch oft überraschend lange Wurzeln, aber die Erde ist inzwischen auch entsprechend tief ausgetrocknet. Wo in anderen Jahren zentimeterdick Rasenschnitt als Mulchmaterial liegt um die Feuchtigkeit im Boden zu halten, werfe ich inzwischen jeden noch so kleinen Küchenabfall direkt wieder ins Beet statt auf den Kompost, denn von den gelb bis braun verdorrten Rasenflächen kann man beim besten Willen nichts mehr abmähen.

Inzwischen ist der Boden so ausgetrocknet, dass auch tägliches und reichliches Gießen nicht mehr bei allen Pflanzen hilft. Der Anblick ist dann auch entsprechend übel. Besonders die Kohlgewächse leiden. Richtig entwickelt haben sie sich alle nicht, denn mit dem Wassermangel wird auch die Nährstoffaufnahme gebremst. Dann sind die geschwächten Pflanzen eine idealer Angrifftsfläche für Schädlinge.

 

Hier haben sich die Kohlweißlinge unter den Schutznetzen durch gefuscht. Wirsing und Filderkraut sind klein und zerfressen. Ich wage zu bezweifeln das das noch was wird dieses Jahr.

 

 

 

Die Pastinaken scheinen besonders empfindlich zu sein. Währen die Möhren und Wurzelpetersilie noch grüne Blätter haben, stirbst das der Pastinaken ab. Liegt es wirklich an fehlendem Wasser oder ist hier eher die starke Sonneneinstrahlung das Problem?

 

 

Ganz anders all jene Pflanzen, die aus wärmeren Regionen der Erde kommen. Bohnen gedeihen sehr gut.

 

 

Ebenfalls die Gurken. Ich werde dieses Jahr wieder reichlich einmachen können. Schlangen- und Einlegegurken bringen jede Menge Früchte, die ganz besonders schnell wachsen. Gurken süß-sauer

 

 

Völlig unabhängig davon ob sie im Freiland oder im Gewächshaus stehen.

 

 

Die Hokkaidos haben dieses Jahr kleine Früchte. Aber wenn sie ausreifen, habe ich damit gar kein Problem. Ganz im Gegenteil. Es sind die idealen Portionsgrößen für mich.

 

 

Ganz anders die Zucchini. Letztes Jahr hat die Sorte “Rankende” Massenerträge gebracht. Diesen Sommer lässt sie sich bitten. Erst heute hab ich die erste weibliche Blüte entdeckt. Bisher waren es nur männliche.

 

 

Dass der Mangold seinen Ursprung im Mittelmeergebiet hat, ist jetzt nicht zu übersehen. Er verträgt die Hitze ohne Probleme. Gleiches gilt für die nah verwandte Rote Beete.

 

 

Bei den Kartoffeln ist das Laub geschossen. So hohe Pflanzen hatte ich noch nie. Ich glaube ich werde sie in den nächsten Tagen ausbuddeln. Die 100 Tage sind erreicht, und anhäufeln wohl zu spät.

 

 

Bei den Süßkartoffeln hoffe ich auf einen gute Ernte – tropisch und Wärme liebend wie sie sind, haben sie gerade Idealklima. Knollen haben sie schon angesetzt. Bleibt ab zu warten wie groß die werden.

 

 

Gestern habe ich im Radio gehört, dass in einigen Regionen nächste Woche offiziell die Weinlese beginnt. Das wird dann der früheste Federweiße aller Zeiten werden. Wenn ich so in meine Trauben schaue – ja könnte hinhauen. Und die Pergola bricht fast unter den Massen zusammen. Dieses Jahr werde ich Saft abfüllen – literweise.

 

 

Die Spitzpaprika haben jede Menge Früchte bekommen. Die im Freiland wohlgemerkt. Die im Gewächshaus fangen gerade mal so an zu blühen. Vermutlich war es dort zu heiß. Meistens müssen wir grüne Paprika essen wenn wir keine roten kaufen. Diesen Sommer sind die Chancen gut, dass sie mal ausreifen.

 

 

Zum Schluss ein kleines Phänomen:

Vor ein paar Tagen, saß ich abends auf dem Rand des Pools. Es hatten sich ein paar Wolken am Himmel sehen lassen, und ich dachte schon es würde vielleicht ein paar Tropfen Regen geben. Gab es natürlich nicht. Dann habe ich einen Regenbogen entdeckt. Normalerweise sieht man sie weit weg Richtung Horizont wenn es regnet und die Sonne wieder raus kommt, und man sich dann noch im richtigen Winkel dazu befindet. Dieser stand steil über mir – ganz ohne Regen.

 

 

 

 

 

 

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