Gurkensalat mit Unkraut

Vermeintliches Unkraut ist oft eine wunderbare Salatzutat. Viele Kräuter im Garten sind nicht nur essbar sondern ausgesprochen lecker.

Einerseits verflucht man sie, weil sie sich inflationär aussamen, schwer zu roden oder einfach nervig sind. Andererseits heißt das aber nicht, dass sie zu gar nix nütze wären. Gerade jetzt wachsen ein paar Kandidaten, die neben lecker auch sehr gesund sind. Außerdem macht es ganz einfach Spaß, dass man wieder was aus dem Garten ernten kann.

 

Gestern gab es bei mir zum Frühlingsanfang Gurkensalat mit dreien dieser wilden Delikatessen. 

 

Scharbockskraut Ficaria verna, Syn.: Ranunculus ficaria L

Ficaria verna, Syn.: Ranunculus ficaria L Scharbockskraut

Scharbockskrautblüten

Scharbock ist eine alte Bezeichnung für Skorbut. Eine Vitamin C Mangelerkrankung mit fürchterlichen Auswirkungen. An ihr starben früher – vorzugsweise aber nicht nur – Matrosen auf langen Fahrten, weil es nichts Frisches an Bord gab. Aber auch an Land herrschte nach dem langen Winter Vitamin C Mangel.

Das Scharbockskraut wächst extrem früh im Jahr, steckt voller Vitamin C und schmeckt nebenbei sehr angenehm nussig. Eine willkommene Zutat für Salate, Quark, Kräuterbutter usw.

Aber bitte nur bis zur ersten Blüte verwenden. Danach wird es leicht giftig. Man muss sich also beeilen.

 

   

 

 

Schaumkraut Cardamine hirsuta (Behaartes Schaumkraut oder Gartenschaumkraut)

Cardamine hirsuta SchaumkrautEigentlich eine hübsche, weiß blühende, kleine Pflanze. Breitet sich aber schon ganz früh mit Massen von Samen aus, die meterweit in der Gegend herum geschleudert werden, und schneller keimen als man gucken kann. Beim Jäten spürt man schon die nächsten Samenkapseln in der Hand platzen. An Nachschub herrscht also kein Mangel.

Übrigens ist das bildhübsche rosa blühende Wiesenschaumkraut Cardamine pratensis, dass später im Frühling erscheint, genau so verwendbar.

Die Blätter schmecken ähnlich wie Kresse oder Ruccola. Sehr lecker! Die Blüten können als Salatdeko genutzt werden.

 

  

Bärlauch Allium ursinum (Wilder Knoblauch)

Bärlauch Allium ursinumZum Bärlauch braucht man ja fast schon nichts mehr zu sagen. Er ist das! In-Kraut schon seit ca. 10 Jahren. Der wunderbar frische Knoblauchgeschmack hat dem wilden Zwiebelgewächs zu einer ungeheuren Renaissance verholfen. Zumal man nach dessen Genuss nicht müffelt.

Und Bärenkräfte soll es geben. Denn als es sie hier noch gab, sollen sich Bären damit nach dem Winterschlaf wieder fit gemacht haben. Daher dann auch der Name.

Aber Vorsicht – Gerade Bärlauch wird gerne mit extrem giftigen anderen Pflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechselt.

 

 

Diese Bilder und Texte dienen keinesfalls der Pflanzenbestimmung. Wer diese und andere Wildpflanzen sammeln und essen will, sucht sich bitte fachkundige Hilfe. Nur essen was man wirklich kennt!

 

Jetzt aber zum Rezept.

 

Gurkensalat mit Unkraut
Arbeitszeit
10 Min.
 

Ein sehr leckerer, frühlingsfrischer Salat mit frühen "Unkräutern" aus dem Garten gewürzt.

Gericht: Salad
Portionen: 4
Zutaten
  • 1 Salatgurke oder mehrere kleine Gurken Ich bevorzuge die klienen Gurken weil aromatischer.
  • 1 EL ganz fein gehackte Zwiebel
  • 1 Handvoll gemischter Wildkräuter bestehend aus Bärlauch, Schaumkraut und Scharbockskraut.
  • 1 Becher Naturjoghurt
  • 1 EL Kräuteressig
  • 2 El Rapsöl
  • 1 Msp. Zucker
  • Salz, Weißer Pfeffer
Anleitungen
  1. Die Gurke schälen und in ganz feine Scheiben schneiden.

  2. Schaumkraut, Scharbockskraut und Bärlauch verlesen, gründlich waschen und fein hacken.

  3. Aus Joghurt, Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Zucker ein Dressing rühren.

  4. Zwiebelwürfel und Kräuter unter Rühren und mit den Gurkenscheiben vermischen.

  5. Der Salat soll jetzt noch ein wenig durchziehen.


  6. Kühl aber nicht eiskalt servieren.

 

 

2 Gedanken zu “Gurkensalat mit Unkraut

  1. Auch hier sprießt schon der Bärlauch, trotz Kälte. Das Scharbockskraut blüht an geschützten Stellen schon, nur in meinem Garten noch nicht. Ich werde es auch mal probieren.
    VG
    Elke

    • Hallo Elke,

      mach mal. Schmeckt auch lecker in Blattsalaten als ganze Blättchen.

      LG
      Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.