Tomaten säen

Tomatenaussaat und die böse F1-Hybride

Heute waren endlich die Tomaten dann. Die Tomatenaussaat ist für mich der persönliche Startschuß in die neue Saison.

Auch wenn schon Paprika, Chili und ein paar Exoten früher gesät werden, sind die Tomaten immer noch eine Art Meilenstein für mein Gartenjahr.

Im Gegensatz zu andern Samen lege ich sie in Multitopfplatten. Immer hübsch ein Korn in jedes Töpfchen.

 

Tomaten säen

 

Die Säcke mit Erde liegen im Gartenhaus. Es hat Überwindung gekostet darin zu wühlen, die Saatschalen raus zu suchen und zu füllen. Nach 5 Minuten hat man Eispfötchen.

Die Samen lege ich dann ca. 1 cm tief in die Anzuchterde. Schön das Loch wieder verschließen und gut ist. Da die Erde diesmal sehr feucht ist, gieße ich erst mal nicht an, sondern drücke die Erde nur fest. Sonst ist mir die Gefahr zu groß, dass die Samen schimmeln.

 

Tomaten säen

 

Dann fällt mir ein, dass ich die Abdeckhauben vergessen habe. Als Nächstes, dass ich für diese Schalen nur noch eine habe. Also wieder raus mit den Topfplatten und ab ins Gartenhaus, die richtigen Schalen mit den richtigen Abdeckhauben holen. Schon wieder ins Kalte – brrrrrrrrrrrr…………

 

Tomaten säen

 

So, jetzt stimmts. Und an der kuschelig warmen Heizung werden sie auch bald keimen.

 

Tomaten säen

 

 

Dieses Jahr habe ich mich für folgende Sorten entschieden:

‘Philovita’ und ‘Phantasia’.

Diese beiden sind F1-Hybriden. Mir ist bewußt, dass manche Leute sie verteufeln. Wie ich finde zu Unrecht. Die meisten Samen die ich verwende sind sortenrein, und viele vermehre ich auch für meine Eigenbedarf. Aber bei einzelnen Pflanzen machen Hybriden auch im Hausgarten Sinn. Diese Tomaten sind beispielsweise hochtolerant gegen die Braunfäule. Gerade im feuchtwarmen Kölner Klima sind sie ein Segen, wenn ich in nassen Sommern schon mal Totalausfälle bei den  anderen Sorten habe.

 

Es gilt auch mal mit Irrtümern aufzuräumen, die in den Köpfen so mancher Zeitgenossen unterwegs sind:

 

“F1-Hybriden sind genmanipulierte Monster und grundsätzlich böse.”

Nein – weder das eine noch das andere!

Es sind Kreuzungen, nur eben F1 – also die erste Generation. Vermehrt man sie weiter spalten sie sich wieder auf. Vermehren kann man sie aber auch – voraus gesetzt man mag Überraschungen. Diese können ja durchaus auch nett sein.

Wie das alles funktioniert siehe “Mendelsche Vererbungslehre”. Hatten wir, glaube ich, alle mal im Biounterricht in der Schule. Kreuzungen macht die Natur übrigens ganz genau so. Ebenfalls um nach Möglichkeit die besten Eigenschaften der Eltern zu vereinen. Das nennst man Evolution. Hatten wir auch mal in der Schule.

 

“F1-Hybriden dienen nur den Saatguthestellern, die auf bösartige Art und Weise Pflanzen manipulieren, sodass Gärtner und Bauern jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen.”

Ja, es muss jedes Jahr neu gekauft werden wenn die Sorteneigenschaften erhalten werden sollen. Aber diese Eigenschaften wie Kranheitsresistenzen, Ertragreichtum, gleichmäßig geformte Früchte, und die Fähigkeit mit widrigen Wetterbedingungen klar zu kommen, werden von den Landwirten verlangt. Nur so kann unser Bedarf an Nahrungsmitteln gedeckt werden. So und nicht anders verhindern wir in Europa die früher üblichen Hungersnöte. Da die jährliche F1-Samenproduktion aufwändig und damit teuer ist, ist der Preis logischerweise hoch.

 

“F1-Hybriden sind ungesund”

Mit einem Wort? QUATSCH! Sie sind weder gesünder noch ungesünder als Früchte von sortenfesten Pflanzen.

 

Jetzt zu den samenfesten Sorten:

‘Pink Plum’
‘Grüner Streifling’
‘Black Russian’
‘De Berao Orange’
‘Reisetomate’
‘Giant White Beefsteak’
‘Limachino’
‘Orange Russian’
‘Schwarze Kirsche’

Hier muss ich jedes Jahr zähneknirschend eine Auswahl treffen. Ich habe es gerne bunt. Also große und kleine, rote, grüne, gelbe, orange, schwarze, weiße und gemusterte Früchte. Das wir dann nicht nur optisch sondern auch geschmacklich abwechslungsreich. Meine Favoriten kann ich so auch heraus finden.

Bisher sind das:

Die ‘Orange Russian’. Sie hat große herzförmige Früchte und schmeckt wunderbar. Im Tomatensalat sieht sie fast so tropisch aus wie Mangostücke. Einfach schön.

Dann die ‘Grüner Streifling’ Die Samen stammen aus einer Privatzucht. Hocharomatisch und wie der Name schon sagt grün gestreift. Dieses Jahr muss ich sie unbedingt selbst vermehren, da ich sonst nicht mehr ran komme.

Von der ‘Schwarzen Kirsche’ oder ‘Black Cherry’ habe ich nur Gutes gehört. Ich habe sie aus der Frucht von dem netten Herrn mit den Hochbeeten auf der Messe letztes Jahr. Ich hoffe sie keimen.

Die ‘Reisetomate’ sieht so skurril aus, dass sie einfach vorhanden sein muss. Schon um Gäste staunen zu lassen.

 

Übrigens ist heute nach dem Mondkalender Fruchttag. Deshalb die Tomatenaussaat. Aber genug für heute. Dazu morgen mehr.

 

 

 

 

6 Gedanken zu “Tomatenaussaat und die böse F1-Hybride

  1. Einen Teil meiner Tomaten habe ich bereits ausgesät und manche sind auch schon gekeimt. Mit der Reisetomate habe ich persönlich keine guten Erfahrungen gemacht, die ist bei mir überhaupt nichts geworden. Hinsichtlich der F1 Sorten muss ich Dir Recht geben, da ist so viel Unsinn im Umlauf. Ich baue auch die eine oder andere F1 Sorte an.

    LG Kathrin

    • Hallo Kathrin,
      die Reisetomate ist eine Spätzünderin. Wenn man denkt es kommen nie Tomaten produziert sie plötzlich ohne Ende. Aber wenn ich ehrlich bin – rein geschmacklich ist sie gut aber nicht wirklich der Knaller.
      LG
      Claudia

  2. Ich warte noch ein bisschen mit der Tomatenaussaat. Und weiß von keiner einzigen, die ich säen will, einen Namen, ich hab mir nämlich zwei Päckchen samenechte Mischungen zugelegt und noch Samen von Tomaten genommen, die meine Tante mir letzten Sommer geschenkt hatte. Was gut klappt, wird dann weitervermehrt. So viel Platz hab ich im Garten gar nicht, wenn ich auch noch was anderes als Tomaten pflanzen will.

    Aber endlich mal eine gute und unaufgeregte Erklärung, was diese ‘achso bösen’ F1-Hybriden sind. Gerade wenn man bestimmte Eigenschaften haben will und nicht selbst Samen gewinnen möchte, ist das doch vollkommen okay. Ich wünsch dir viel Erfolg mit deinen ‘Monstern’. 😉
    Liebe Grüße,
    Sabine

    • Danke, Sabine für das Wort ‘unaufgeregt’. Genau das soll es sein. Verbissenheit gibt es schon genug auf der Welt.
      Und warum auch Tomaten nach Sorten kaufen? Ich schwöre – wenn ich mit meinen Tomaten rede, spreche ich sie NIE mit Namen an. Hauptsache die Dinger schmecken.
      Ich drücke dir die Daumen für wunderbare Früchte.
      Liebe Grüße
      Claudia

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