Bloggeburtstag und Bombenstimmung

Gestern war Bloggeburtstag. Schon seit vier Jahren schreibe ich über meinen Garten und so einiges was drumherum passiert.

Natürlich habe ich mit Gedanken gemacht was ich zu diesem Anlass schreibe, welche Fotos ich mache. Im Garten herrscht dank Dauerfrost Sauregurkenzeit, immer Aussaaten geht auch nicht. Also habe ich mich gestern hin gesetzt um etwas auszutüfteln.

Aber nicht lange.

 

Um kurz nach 11 Uhr klingelte es an der Tür und zwei uniformierte Herren standen davor. In ca. 100m Luftlinie von unserem Haus wurde bei Sondierungen eine britische 10-Zentner-Bombe gefunden. Na super – schon wieder. Diesmal sind wir innerhalb der Evakuierungszone, und müssen in 30 Minuten weg.

 

Dort hinter dem großen Baum lag die Bombe:

Bombenfund in Gremberghoven

 

 

Was dann folgte war mehr als ärgerlich, denn leider haben wir (die nicht um ersten Mal wegen Bomben evakuiert wurden) gestern eine ziemlich chaotische und unorganisierte Evakuierung erlebt.

Wir haben schnell ein paar der allernötigsten Sachen in eine Tasche geschmissen, das Haus verschlossen und uns zu Bushaltestelle auf gemacht. Blöd nur – es fuhren schon um 11.00 Uhr gar keine Busse mehr. (Obwohl die Entschärfung erst gegen 16.30 Uhr statt fand.)


Bereits als nicht mal alle Anwohner informiert waren, war die Buslinie 152 schon längst umgeleitet. Wie bitte soll man den Ort verlassen wenn keine Busse mehr fahren? Besonders wenn diese Buslinie die einzige Verbindung zur Sammelstelle in der Gesamtschule im nächsten Stadtteil ist?


Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die nach einiger Zeit auftauchten und all die Leute die an den Bushaltestellen warteten, mal gnädig informierten, dass sie umsonst dort rumstehen, maulten unfreundlich auf die Frage wo denn dann die umgeleiteten Busse abfahren “Keine Ahnung. Die S12 fährt noch.” Das war’s.


Na klasse! Zur Haltestelle der S12 sind es 2 Haltestellen mit dem Bus der nicht fährt – zur Sammelstelle noch mehr. Die außen um den Stadtteil herum fahrende Linie 151 liegt auch innerhalb des Sperrgebiets und wird ebenfalls nicht angefahren.

 

Foto: Stadt Köln

 

Was haben die sich eigentlich gedacht wie Behinderte, Leute mit Kleinkindern und alte Menschen das bewältigen sollen? Noch dazu bei derart grottigen Informationen!? Und das all die Leute – insgesamt waren rund 4000 Einwohner betroffen – dann als einzige Möglichkeit in Karawanen praktisch an der Bombe vorbei latschen müssen, hat wohl auch keiner überlegt.

Liebe Stadt Köln – nicht jeder hat ein Auto – stellt euch vor!

Und eine Meldung an die Warn-App NINA wäre auch nicht wirklich dumm gewesen. Dafür ist die da! Beim letzten Bombenfund in 2017 ging es doch auch. Dann hätten die Anwohner die keinen Besuch vom Ordnungsamt hatten weil sie nicht zuhause waren, vielleicht auch mit gekriegt was los ist, und nicht im Laufe des Tages ahnungslos vor Absperrungen gestanden.

 

Da ich bei all den Baugruben hier davon ausgehe, dass die nächste Evakuierung nicht lange auf sich warten lässt, hoffe ich, dass die Stadt Köln die Organisation dann vielleicht besser auf die Reihe kriegt, Anwohner vernünftig informiert, und die Mitarbeiter mal ein wenig freundlicher und inhaltlich sinnvoller Auskunft geben.
Denn mit Verlaub – wir haben uns das nicht ausgesucht!

 

Fettes Danke jedoch dem Kampfmittelräumdienst. Ihr leistet tolle Arbeit Jungs!

 

Zusammenfassend: Es herrschte Bombenstimmung und der Bloggeburtstag hatte sich erledigt.

Vielleicht im nächsten Jahr…

4 Gedanken zu “Bloggeburtstag und Bombenstimmung

  1. Bei all dem Ärger: herzlichen Glückwunsch zum Bloggeburtstag, liebe Claudia.

    Ich lese nach wie vor sehr gerne hier und lasse mir kein Kapitel entgehen.

    • Hallo Freya,
      vielen Dank. Ich freue mich ab und zu von dir zu hören. In eure Bienchen-HP schaue ich auch immer mal wieder rein.
      Liebe Grüße
      Claudia

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