Mauser und Gemüse

Die Mauser scheint vorüber zu sein. Nach der Brutsaison und vor dem Winter mausern sich die Vögel, sprich sie wechseln in der am wenigsten belasteten Zeit einmal komplett ihr Gefieder.

Mit neuen Federn und Daunen kommen sie besser über den Winter, oder fliegen sicherer und leichter die langen Strecken in ihre Winterquartiere. In dieser Zeit finde ich immer wieder Federn der vielen Vögel, die sich in meinem Garten aufhalten.

Seit letztem Jahr sammle ich diese Federn als Dekoration. Raben, Elstern, Ringeltauben, sogar die winzige Schwanzfeder einer Mönchsgrasmücke sind zusammen gekommen, und ein paar Unbekannte. Vielen der federn sieht man an wie strapaziert sie sind, und wie erneuerungsbedürftig.

 

Federn

 

 

Machen wir einen Gang durch den Küchengarten und schauen was es noch zu ernten gibt. Die Nachsaaten von Pflücksalaten, Spinat und Feldsalat wollen nicht keimen. Obwohl die letzten Tage schön warm waren, rührt sich nach 2 Wochen immer noch nichts. Dass es Sinn macht jetzt noch mal in Topfplatten vorzuziehen, wage ich zu  bezweifeln.

 

Immer noch sind Tomaten erntereif. Die resistenten Sorten im Freiland sehen ziemlich mitgenommen aus, aber die Früchte sind ok. Lange wird es wohl nicht mehr gehen.

 

Tomaten

 

 

Überraschenderweise haben die Zucchini noch mal durchgetrieben und Früchte angesetzt. Ob die noch was werden wenn es jetzt wieder kalt wird? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

Zucchini

 

 

Auf den ersten Blick sieht der Spitzkohl aus als wäre er von Fraßfeinden heimgesucht worden. Ist er aber nicht. Die Einschusslöcher stammen vom Hagel.

 

 

Näher betrachtet ist es aber gar nicht so schlimm und nur äußerlich. Schöne große Köpfe sind gewachsen. Die Ernte ist also gesichert, und demnächst wird der erste Kohl zu Sauerkraut verarbeitet.  Sauerkraut

Ich baue lieber ‘Filderkraut’ an als normalen Weißkohl. Spitzkohl ist einfach zarter n der Konsistenz und auch zu feineren Gerichten zu verarbeiten. Die Garzeit ist entsprechend kürzer und der Geschmack nicht ganz so derb.

 

 

 

Gleich daneben steht Sprouting Broccoli. Diese kleine Schwester des handelsüblichen Broccolis, hat mir aus unerfindlichen Gründen nicht eine einzige Blütenknospe geschenkt. Ist aber nicht ganz so schlimm. Auch die Blätter können zu Gemüse verarbeitet werden. Ich habe also trotzdem noch eine Ernte. Wenn es nicht ganz schnell sehr kalt wird, stehen die Pflanzen bis zum Frühjahr. Vielleicht schießen sie ja im Frühling in Blüte. Das Herz lasse ich jedenfalls stehen.

 

Sprouting Broccoli

 

 

Bohnen bekommen wir immer noch reichlich. Die Stangen- und Feuerbohnen lassen sich trotz ihrer Herkunft aus wärmeren Regionen, nicht vom Blühen und Fruchten abhalten. Gestern wurde daraus ein türkisches Rezept mit Hackfleisch. Sehr, sehr lecker. Nur bei den eigenen Chilis war ich etwas sehr großzügig. Auhah!!  Das Rezept werde ich bei Gelegenheit einstellen. Blöderweise habe ich vergessen Fotos zu machen.

 

Feuerbohnen

 

 

 

Winterhecke-Zwiebeln sind noch reichlich vorhanden. Im Gegensatz zu Frühlingszwiebeln, sind diese winterhart und können auch mitten im Winter geerntet werden. Da man auch einfach die Blätter nach Bedarf schneiden kann, habe ich das sogar schon in gefrorenem Zustand gemacht. Hat funktioniert! Eine Teil habe ich auch ganz geerntet, da sich die Pflanzen selbst ausgesät haben und der Nachwuchs schon in den Startlöchern steht.

 

 

Das sich Zwiebeln und Möhren besonders gut vertragen, stehen die Möhren gleich daneben. Ein paar sind noch da. Nicht mehr die riesen Menge, aber als Salatzutat reicht es aus.

 

Rettiche gibt es auch noch. Im Gegensatz zum Frühling sind sie gut gewachsen, auch wenn der ‘Ostergruß’ jetzt etwas deplatziert wirkt.

 

Möhren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die “geliebten” Tomatillos habe ich auch eine probate Verwendung gefunden – ich gebe sie meiner Nachbarin. Die mag sie. Sie wird noch Nachschub bekommen.

 

 

 

Kräuter habe ich noch reichlich. Der Dill hat sich sehr gut mit der Roten Beete vertragen. Beide kann ich weiterhin ernten. Diese Kombi werde ich nächstes Jahr wieder so pflanzen.

 

 

 

Bunt ist es auch noch. Ringelblumen und Tagetes mit orangen Cosmeen und anderen Selbstaussäern, die stehen bleiben dürfen wo sie nicht stören. Aus den Ringelblumen werde ich noch Salbe machen.

 

 

Im Beet unterm Wohnzimmerfenster steht die Kapuzinerkresse noch in voller Blüte …

 

 

…. und darüber entdeckte ich die ersten Blüten am Winterjasmin Jasminum nudiflorum . Eine  seltsame Mischung.

Da realisiert man schon den nahenden Winter.

 

 

winterjasmin

 

 

Um so merkwürdiger erscheint einem das seltsame Verhalten der Trichterwinden. Die inzwischen entfernten Pflanzen haben ihre Samen im Kübel hinterlassen, und die keimen jetzt! Das gibt mir zu denken. Die Nachttemperaturen sind eigentlich viel zu niedrig. Vielleicht versuche ich nächstes Jahr mal Direktsaat, statt sie im Gewächshaus vor zu ziehen.

Dass die noch weiter wachsen wage ich zu bezweifeln – aber man weiß ja nie. Vielleicht blühen sie ja zu Weihnachten!?

 

2 Gedanken zu “Mauser und Gemüse

  1. Hallo Claudia,
    wenn ich Federn vom Eichelhäher finde, ist das immer wie ein Lottogewinn. Die bewahre ich immer auf. Die von den Ringeltauben hat früher immer unsere Katze zerkaut.
    Und: Rette den Rauling! So leicht kommt man sonst nicht an ihn ran.
    VG
    Elke

    • Hallo Elke,
      ein Eichelhäher in meinem Garten wäre schon ein Hauptgewinn – auch wenn er grad keine Federn lässt.
      Liebe Grüße
      Claudia

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