Monschau und Freilinger See 2017

Gestern war nach langer Zeit mal wieder ein Ausflug in die Eifel fällig. Mit Tochter und deren Freund ging es nach Monschau.

Dieses kleine, mittelalterliche Städtchen liegt im Nationalpark Eifel, südlich von Aachen an der Grenze zu Belgien, durchflossen von der Rur zwischen den Berghängen des Naturparks Hohes -Venn/Eifel.

Der kleine Ort, Idylle pur und offensichtlich frei von größeren Bausünden, wurde über Jahrhunderte von der Textilindustrie bestimmt. Seit dem Mittelalter wurden grobe Wolltuche hergestellt, ab dem 16. Jahrhundert Feintuche aus qualitativ hochwertiger Merinowolle. Diese mußte aus Spanien importiert werden. Der verpaßte Anschluß Monschaus an das Eisenbahnnetz und zu hohe Zölle beendeten im 19. Jhd. die Tuchproduktion.

Heute existiert davon nur noch das ‘Rote Haus’, welches heute das Scheibler-Museum beherbergt, und so an den Textilfabrikanten und Bauherrn Johann Heinrich Scheibler 1705–1765 erinnert. Er nutze den Prachtbau als Wohnung, Lager, Kontor und Produktionsstätte.

 

 

Monschau Rotes Haus

 

Heute lebt Monschau vom Tourismus. Über 300 unter Denkmalschutz stehende historische Gebäude ziehen Menschen aus ganz Europa an.

Die Burg Monschau aus dem 13. Jhd. überragt den Ort. Heute dient sie als Jugendherberge.

 

Burg Monschau

 

Schöne Fachwerkfassaden und verwinkelte Gässchen prägen das Stadtbild.

 

 

 

 

 

Immer wieder durchbrochen wird Monschau von der Rur, die hier flach durch ihr steiniges Bett fließt, wobei man die Häuser extrem eng an den Fluß gebaut hat.

 

Rur

 

So ergeben sich immer wieder wild-romantische Einblicke, und man fragt sich was bei Hochwasser passierte bevor es die Rurtalsperre gab. Ein hübsches Detail erst auf den zweiten Blick sind die Eisenfische, die unter der Brücke hängen und von denen leider nur noch die Gräten übrig sind.

 

Rur

 

Schöne Details, wie diesen großen Löwenkopf-Türklopfer findet man auf Schritt und Tritt.

 

Löwenkopf Türklopfer

 

Wieder ein wunderschönes Haus. Diesmal mit herrlichem Blumenschmuck …

 

 

… aber nicht die üblichen roten Geranien sondern Petunien in Pink und dunklem Lila die perfekt zur weiß-grauen Fassade passen.

 

 

Weiter geht es durch eine Einkaufsstraße mit viel Gastronomie und kleinen Lädchen.

 

Monschau

 

Monschau ist übrigens berühmt für seinen Weihnachtsmarkt. Da hier im Winter meistens Schnee liegt, wirken die beleuchteten Holzbuden und Weihnachtsbäume in der mittelalterlichen Kulisse wie ein einziges großes Postkartenmotiv. Hier gibt es auch Geschäfte in denen man ganzjährig Weihnachtsdeko kaufen kann. Dann wundert es einen auch nicht, dass mitten im August ein Weihnachtsmann an der Straße sitzt.

 

 

Durch die steile Berglage sind übrigens einige Straßen in Wahrheit ziemlich steile Treppen.

 

 

 

 

Nach einem Schwenk nach links kommen wir wieder an die Rur.

 

 

Auch die neuen Häuser stehen direkt am Ufer.

 

 

Hier hat sich ein Blümchen einen ganz besonderen Platz gesucht. Es ist tatsächlich eine Geranie. Wie die wohl da hin gekommen ist?

 

 

 

Wieder kommen wir zu einer hübschen Straße mit vielen kleine Läden.

 

 

Auf Dekoration und Blumenschmuck scheint man in Monschau besonderen Wert zu legen.

 

 

 

Was ich von dieser Blumendeko halten soll ist mir jedoch nicht klar. Sicher eine lustige und kreative Idee – aber Plastikblumen?!?

 

 

 

Und wieder weiter entlang der Rur.

 

 

 

Am Ortsrand die Antonius-Kapelle.

 

 

Über die grobe Wand des Torhauses der alten Stadtbefestigung krabbeln zwei Riesenspinnen aus Metall.

 

spinnen am torhaus Monschau

 

Während unsere Mägen knurren und wir auf die Fertigstellung unseres Essens warten fällt mir dieser alte Giebel ins Auge. Wie winzig man doch baute. Das Fenster ist höchstens 40 x 40 cm groß.

 

 

Nach der Enge und den Touristen brauchen wir jetzt etwas Landschaft und verlassen Monschau.

 

 

Auf der Landstraße fahren wir schon grob in Richtung Köln zurück. Auch unterwegs gibt es immer wieder schöne Ausblicke.

 

 

 

Nach ca. 60 km Fahrt machen wir Halt. Denn hier liegt der Freilinger See. Ein überschaubarer kleiner See mit wenigen Besuchern und herrlich entspannend.

 

 

 

 

Am Ufer finden wir unter Bäumen eine Bank auf der wir Picknick machen. Ein Blesshuhn schaut uns dabei zu.

 

 

Ein paar Enten kommen mit der Hoffnung auf freundliche Menschen die mit ihnen teilen. Aber nein, Enten zu füttern sollte man grundsätzlich sein lassen.

 

 

Nur an wenigen Stellen wächst Schilf. So hat man von rundum einen freien Blick auf den See.

 

 

 

Einen Haken hat die Sache jedoch leider.

Die Umgebung des Sees ist gepflastert mit Verlautbarungen des örtlichen Angelvereins, der meint, sich in typisch verbissener Vereinsmeiermanier, überall mit Verbotsschildern für wirklich jeden Mist austoben zu müssen. Selbst auf den Steg sind noch Ver- und Gebote geschrieben. Das wirkt geradezu kindisch. So macht sich der Angel-Verein Blankenheim e.V. einfach nur unsympathisch und lächerlich.

Schade, dass man die Stimmung so zerstört, denn der Steg ist so schön.

Vielleicht sollten die alten Herren ihre Energie besser darauf verwenden ihre verhedderten Angelschnüre und Blinker aus den Bäumen zu fischen, bevor Vögel oder Eichhörnchen sich daran verletzen.

 

 

 

Dafür entschädigt auf dem Rückweg zum Parkplatz eine Libelle die sich im Gras sitzend fotografieren lässt. Ich hoffe sie verstößt damit nicht gegen irgend ein Gebot des Angelvereins. 😉