Landesgartenschau 2014 Zülpich

Gestern stand die diesjährige Landesgartenschau in Zülpich auf dem Programm.

Leider hatte das Wetter seine eigenen Vorstellungen. Zwischen strahlendem Sonnenschein, dunklen Wolken mit kaltem Wind und ab und zu einem Schauer fand ein ständiger Wechsel statt. Meine Tochter und ich waren prompt zu dünn angezogen. Als wir aus dem Zug stiegen haben wir ordentlich gefroren. Nachdem wir und unterwegs noch jede einen Pulli zusätzlich gekauft haben, konnte es mit dem Bus nach Zülpich weiter gehen.

Zülpich ist ein kleines Städtchen mit römischer Vergangenheit und einer mittelalterlichen Stadtmauer um den Stadtkern, die noch weitgehend erhalten ist und den entsprechenden Toren. Von der Bushaltestelle erreicht man in wenigen Minuten den ersten Laga-Teil am Wallgraben.

Dieser besteht im wesentlichen aus einem Areal das mit sehr vielen alten Obstbäumen bestanden ist. Das Alter sieht man ihnen zum Teil auch an. Einige haben die besten Zeiten längst hinter sich. Aber die meisten tragen verführerisch viele Früchte. Das Pflücken ist natürlich leider nicht erlaubt.

Hier, gleich hinter er Kasse, beginnt der Rundgang.

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An den alten Gemäuern der Landesburg vorbei…

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…die Serpentinen mit herrlicher Fernsicht unter Apfelbäumen hindurch…

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…an Sitzgelegenheiten – die auch mal im Baum hängen – und römischen Weihesteinen vorbei…

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…in den Obstgarten. Auch dort findet man überall die kleinen, bunten Eisenmöbel verteilt.

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Nach einigen Installationen zu denen mir leider die Erklärungen fehlten findet man linker Hand einen kleinen Garten wie zu Omas Zeiten. Angelegt und gepflegt wird hier ein Gemüsegarten wie vor 100 Jahren von den Schülern einer Realschule unter Begleitung des WDR. Wobei der Bauwagen vor 100 Jahren so sicher nicht dort gestanden hätte.

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Die Tomaten haben sichtlich unter all dem Regen gelitten. Die Fäule konnte ganze Arbeit leisten.

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Weiter geht es an Dekoelementen vorbei und an  Anlagen von Finnland und Österreich, wobei uns nicht klar wurde was zu wem gehört…

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…an einem herrlichen, alten Kinderkarussell vorbei…

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…dem Garten der „Kölnischen Rundschau“( der gefühlt im Wesentlichen aus penetrant überall platzierten Sponsorenschildern besteht), an der Kräuterspirale vorbei…

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…liegt rechts ein Weinberg mit einem interessanten Eingangstor aus Stahlstangen.

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Nach links geht es weiter an einer weiteren Skulptur aus Eisenstangen vorbei…

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…einer Benjeshecke…

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…und einem riesigen Ei im (fast) toten Baum. Auch hierzu fehlen leider Erklärungen. Ebenso wie zu den dahinter liegenden nun ja …man weiß es nicht – Haufen von Totholz mit bunt bemalten Latten. Ich hatte die Frage auf der Zunge : „Ist das Kunst oder kann das weg?“

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Dann kommt man jedoch zu einer Anpflanzung von Hecken aus Apfelbäumen, s.g. Minitrees, die weitere Apfelbäume umrahmen. Voll behangen mit Früchten und sogar geblüht haben einige. Auch wenn wir länger nach den Sortenbeschreibungen suchen mussten, hat uns diese Anlage sehr gut gefallen.

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Nun kommen noch weiter Elemente, die mir zum Teil sehr gut gefallen haben. Vorbei am, von mit Natursteinmauern eingefassten mediterranen Kräutergarten, zu den Nutzgartenanlagen.

 Zurück führt der Weg an Grabbepflanzungen (die uns zugegebenermaßen nicht interessierten) wieder zum Ausgang.

Weiter ging es dann mit der Bimmelbahn (im Eintrittspreis enthalten), die diesen Laga-Teil mit dem Seepark verbindet.

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Der Teil am Seepark startet mit einem traumhaften Blick über den See und den herrlich bepflanzten Terrassen zum Seeufer.

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Gleich daneben gibt es einen Gastronomiebereich. Den konnten wir jetzt auch brauchen. Hunger hatten wir ordentlich. Der Flammkuchen mit Lachs ist übrigens sehr empfehlenswert.

Im Anschluss daran geht es geradeaus weiter zu den Themengärten. Vielfalt und viele verschiedene Sitzgelegenheiten – alle auch benutzbar – machten diesen Teil der Laga für uns zu einem der interessantesten. Wobei auch hier die Qualität schwankte. Von absolut toll, bis zu einem Zen-Garten der eher unfertig und einfach nur wie eine lieblose Kiesfläche mit am Rand tollen aber nicht zueinander passenden Dekoelementen, wirkte (Schöne Steine und ein Frosch  der einen durch ein Fernglas beobachtet.)

Hinter den Themengärten geht es in Richtung der Hallenschauen vorbei an der „Spechthöhle“. In einen Baumstamm eingelassenen ein Sitzplatz und an den Rändern Knöpfe, die, wenn man sie drückt, die Laute der verschiedenen heimischen Spechtarten wiedergibt. Eine super Idee, wie ich finde.

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Nun waren wir an den Hallenschauen. Schauen – Plural – mag sein – hintereinander. Hallen – Plural – ist jedoch exakt eine, also Halle und Singular.

Hier war ich nun wirklich enttäuscht. Ich hatte mir mehr erwartet. Diese nicht besonders große Halle zeigt zwar sehr hübsche Ideen, ist aber gleichzeitig etwas sehr monochrom.

Aber ganz am linken Ende findet sich doch noch ein echtes Highlight. Ein, wie ein Wintergarten, abgetrennter Bereich mit einem in der Mitte durchlaufendem Moor-Hochbeet. Umrahmt von wunderschöner Präsentation diverser Zimmerpflanzen und Sukkulenten in allen möglichen alten Gefäßen. Toll und genau mein Geschmack. Schade. dass ich keinen Hinweis auf den Gestalter finden konnte. Ich hätte ihn/sie gerne veröffentlicht.

Nach Verlassen der Halle sollte man auf jeden Fall nach recht schauen und auf dieses Beet achten, das wie eine überdimensionale Konservendose aus dem Boden ragt…

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…denn gleich dahinter – den Blicken durch Hecken verborgen – findet man eine Kaffeetafel der besonderen Art, die man keinesfalls verpassen sollte.

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Zurück auf dem Weg folgt man weiter der großen Wiese auf der auch ab und zu riesige Insekten lauern…

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…zu einem Marktplatz. Hier kann man von Stauden über Blumenzwiebeln bis zu Gartenschläuchen alles mögliche kaufen.  Ob man das Angebot wahrnimmt, muss jeder selbst entscheiden. Ich konnte mich zurückhalten.

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Nun macht der Weg einen Schwenk nach links in Richtung See. Es geht entlang weiterer Rasenflächen und bepflanzter Großbeete bis zur Seebühne mit Strandgastronomie und ein weiterer Linksschwenk zum Badestrand mit Strandkörben. eine weitere willkommene Pause.

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Nachdem sich die Füße halbwegs erholt hatten, ging es weiter zu einer verführerischen Anzahl von Hängematten und Hängesesseln. Hier wurde ein weiterer Stopp eingelegt. Die mussten ja schließlich auch ausgetestet werden.

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Im Anschluss kommt ein Infopfad zum Thema heimische Bäume. Hier findet man zu den verschiedenen Baumarten „begreifbare“ Informationen. Vom Samen bis zum Baumstamm.

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Ein kleiner Schwenk zum Seeufer zu Familie Schwan.

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Nun folgt der Weg weiter dem Seeufer. „Fliegende Fische“ und andere Installationen gibt es hier zu sehen und einladende Steinschwellen zum Sitzen und den Blick über den See genießen.

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Noch ein paar Meter dann waren wie wieder an der Römerbastion und den Blütenterrassen und so auch am Ende der Landesgartenschau angekommen.

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Leider muss ich im Gesamtresümee sagen, dass ich mir insgesamt ein wenig mehr Struktur gewünscht hätte. Die einzelnen Stationen wirken oft ein wenig wahllos verteilt. So, als hätte man sie gerade dort hin gebaut wo Platz war. Aber ein wirkliches Konzept war für mich nicht erkennbar. Auch bei den Bepflanzungen gab es oft Wiederholungen die ein wenig an Patchwork erinnerten. So wie: „Hast du noch was davon übrig? Da hinten ist noch nackte Erde. Pflanz es einfach mal da hin.“ Ein wenig beliebig eben. Das zieht sich wie ein roter Faden über das gesamte Gelände. Hier hätten die Planer der Laga besser arbeiten können.

Im Kontrast dazu haben sich aber die einzelnen Gestalter oft sehr schöne Anlagen einfallen lassen, die wirklich sehenswert sind. Besonders in den Schaugärten kann man tolle Ecken finden, auch wenn die Geschmäcker verschieden sind. Und auch Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens,  für Deko und Beetanlagen wird man sicher finden.