Hornissenschwebfliege-Volucella-zonaria

Ich bin beeindruckt!

Wie so oft war ich heute mit der Kamera unterwegs auf der Jagd nach Motiven für den nächsten Post. Von Weitem sah ich aus dem Augenwinkel ein Insekt.

Ich sah es deshalb weil es an den an sich schon großen Blütenständen des Kandelaber-Ehrenpreis Veronicastrum virginicum nach Nektar suchte, und mit fast 3 cm Körperlänge selbst ganz schön groß war. Dazu noch die typische gelbe Färbung mit Streifenmuster. Die Augen wie Panzerplatten seitwärts raus stehend – archaisch – werhaft – bösartig. So etwas könnte als Vorlage für Hollywood dienen wenn mal wieder etwas Weltzerstörerisches für ein Endzeitdrama gebraucht wird. Da drückte der ganze Körper aus: „Sieh dich vor, Mensch. Mit mir ist absolut nicht zu spaßen.“

Ich war gebührend beeindruckt!

 

Klar, dass es sich hier um eine Hornisse handelt. Das Äußere passt zum Image. Trotzdem habe ich mich vorsichtig angepirscht. Denn was ich nicht sooo besonders gerne im Garten habe, ist ja noch lange nicht schlecht und als Fotomotiv immerhin brauchbar.

 

 

Hornissenschwebfliege-Volucella-zonaria

 

Hornissenschwebfliege-Volucella-zonaria

 

 

Selbstverständlich gehört eine gründliche Recherche dazu und ich habe versucht die genaue Hornissenart zu ermitteln.  Es ist mir nicht gelungen. Die Augen passten nie so richtig. Die der Hornissen die ich fand waren glänzender und ein wenig kleiner. Die Vespa-Art fand ich also nicht heraus. Was kein Wunder ist denn es ist gar keine Hornisse.

Sie tut nur so. Es ist eine Hornissenschwebfliege Volucella zonaria, die zu ihrem eigenen Schutz die perfekte Hornissenmaskerade angelegt hat. Mimikry vom Allerfeinsten – und ich bin voll darauf herein gefallen. 

Nachdem die Harmlosigkeit und vor allen Dingen die Stachellosigkeit geklärt ist, darf sie natürlich öfter kommen. Bis in den September fliegen sie noch. Dass sie im Mittelmeerraum häufig und hier zwar heimisch aber selten sind, macht die Sache noch interessanter.

 

Hornissenschwebfliege-Volucella-zonaria

 

Aber zum guten Schluss:

Ganz weg von den Hornissen sind wir doch nicht. Denn die Larven der Hornissenschwebfliege entwickeln sich tatsächlich in den Nestern von Hornissen und anderen Wespen und ernähren sich dort von Detrius (organischem Abfall). Sie halten also ganz eigennützig das Nest sauber und sind somit rundum nützliche Tiere.

Und ich bin immer noch beeindruckt.

 

 

 

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