Orostachys spinosa

Kennt ihr die Panzerwurz?

Kennt ihr die Panzerwurz? Nein? Dann will ich sie euch vorstellen.

Fangen wir mal vorne an:

Im Winter stand unter anderem die bepflanzte Teekanne zur Überwinterung im Gewächshaus. Ich hatte mich – wie damals berichtet – dort mit einer Tasse Tee nieder gelassen und Fotos gemacht.

Dann fiel mein Blick auf besagte Teekanne und ein Foto ging an meine Freundin mit der Frage was das noch mal für Pflanzen sind. Keine normalen Sempervivum hatte ich im Hinterkopf. Antwort aus der Pfalz. „Doch ordinäre Semps.“ Ganz überzeugt war ich nicht. Denn dass sich zwei der Rosetten so hoch reckten fand ich seltsam. Untypisch für Hauswurzen.

 

Panzerwurz in Teekanne

 

Und ich sollte Recht behalten. Jetzt Monate später weiß ich das es Panzerwurzen Orostachys spinosa sind. In der irrigen Annahme die beiden Exemplare die ich mal hatte, wären verloren gegangen, bin ich darauf nicht gekommen. Inzwischen hatte sich aus den langgezogenen Rosetten Blütenstände entwickelt, die ich blöderweise nicht fotografiert habe. Dann wurden daraus Gebilde die mich – hübsch nebeneinander hängend – tatsächlich an Hoden erinnerten. Diese „Hoden“ bestanden aus unzähligen Jungpflänzchen.

 

Brutpflanzen der Panzerwurz

 

 

Schneckennachwuchs war auch dabei.

 

Brutpflanzen der Panzerwurz

 

Gestern habe ich nun die Minipflänzchen ab gezupft und in Kakteenerde gesetzt.

 

Brutpflanzen der Panzerwurz

 

Es sind unglaublich viele. Eine Schale hat nicht gereicht, eine zweite musste her.

 

Brutpflanzen der Panzerwurz

 

Jetzt haben sie vorerst Platz genug und können heran wachsen.

 

Diese Panzerwurzen oder auch Sternwurzen Orostachys spinosa sind eher unbekannt. Vor ein paar Jahren war jedoch eine Verwandte die Orostachys iwarenge unter dem Trivialnamen Narrenkappe in aller Munde.  Diese ist inzwischen schon wieder aus den Läden verschwunden. Meist sind sie nach der Blüte eingegangen – meine auch.

 

Chinesiche Narrenkappe Orostachys iwarenge

 

Orostachys spinosa sieht ganz anders aus. Im Laufe des Jahres ändert sie zudem ihr Aussehen auf verblüffende Art und Weise. Das sie im Winter wie einfache Hauswurzen aussehen habe ich ja schon gezeigt.

 

Jetzt aktuell sehen die Panzer so aus: Die kleinen „Stacheln“ an den Blattspitzen sind übrigens ganz weich und pieksen niemanden. Die Rosette erst eine Art schuppige Kugel, entfaltet sich immer mehr…

 

Orostachys spinosa

 

… wobei sich im Zentrum der Typische Spiegel bildet.

 

Orostachys spinosa

 

Orostachys spinosa

 

 

 

 

Dieser Spiegel wird mit der Größe der Pflanze immer ausgeprägter. Die Rosetten können dabei einen Durchmesser von ca. 5 cm erreichen und erinnern dann ein wenig an grüne Sonnenblumen. Erst nach mehreren Jahren schiebt sich dann die Rosette nach oben und fängt an zu blühen.

 

Panzerwurzen heißen übrigens wegen ihrer Robustheit so, stammen sie doch aus Sibirien, wo es bekanntlich im Winter extrem kalt wird und im Sommer extrem heiß. Leider scheint es mit der Robustheit doch nicht so weit her, wenn man am Ende des Winters keine der Pflanzen mehr findet. Das hat einen einfachen Grund. Die Kälte ist egal aber sie vertragen kein bisschen Feuchtigkeit – nicht das kleinste bisschen. Von November bis März wollen sie knochentrocken stehen. Keine Angst sie vertrocknen nicht. Man kann sie also gut draußen unter einer Überdachung überwintern, alternativ im Kaltgewächshaus. Auch im Haus soll die Überwinterung möglich sein – in einem kühlen Raum und nicht direkt an der sonnigen Scheibe.

Sie brauchen extrem gut durchlässiges Substrat und bei längeren Regenperioden muss man sie schützen. Meine haben heute Nacht einen Gewitterregen abbekommen. Das werden sie schon überstehen. Düngen ist praktisch kaum nötig und Sonne vertagen sie ohne Probleme.

Jetzt hoffe ich, dass all meine Babys zu schönen Wurzen heran wachsen und gut über die nächsten Winter kommen.

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