Bierkasten-Makeover und gigantische Blüten

Wer jetzt glaubt Bierkasten-Makeover hieße Leergut wegbringen und neuen Kasten kaufen, ist erstens mir hoher Wahrscheinlichkeit ein Mann und zweitens auf dem Holzweg.

Satt dessen geht es um den alten Bierkasten aus Holz der auf dem Tischchen an der Terrasse stand. Inzwischen waren die Pflanzen darin verdorrt, Schneckenhäuser zerbrochen und Spinnen wohnten darin. Kurz – er war in die Jahre gekommen und sah nicht mehr schön aus. Deshalb brauchte er eine gründliche Überarbeitung.

Erst mal alles raus und gründlich fegen. In Spinnennetzen wühlen mag ich dann doch nicht.

 

 

 

Dann kam in jedes der Fächer ein passender Plastiktopf und wurde mit Erde gefüllt. Die Töpfchen schützen das Holz und können notfalls auch mal schnell ausgetauscht werden. Auch die nicht winterharten Echeverien können so im Herbst leicht ins Gewächshaus umziehen. Beeilen muss ich mich – es wird zusehends dunkler denn am Horizont zieht ein Gewitter auf. Ich hoffe es bringt den so dringend benötigten Regen. Husch-husch ein Foto zwischendurch.

 

 

Dann habe ich, aus ebenfalls überalterten Pflanzungen, alle passenden Sukkulenten zusammen gesucht. Sempervivum, winziges grau blättriges Sedum und ein paar Echeverien die zu dicht standen weil sie sich so eifrig vermehrt haben. Verschiedene Größen, Texturen und Farben machen die kleine Kollektion im Bierkasten spannend.

 

 

Schnell waren alle Fächer gefüllt. Ich war gerade fertig als der Himmel sich entschloss das Gewitter los zu lassen. Das Angießen erledigte dann der Regen.

 

 

Nun steht der Kasten in der Ecke der Terrasse. Hier muss er ein paar Wochen bleiben, bis die Pflanzen eingewurzelt sind und nicht mehr raus fallen können. Danach werde ich ihn schräg aufstellen. Die Ränder der Töpfe werden nach und nach überwachsen und unsichtbar.

Wer das gerne nachmachen möchte aber keinen alten Bierkasten ergattern kann – eine Holzschublade geht genau so gut. Aber dann Abzugslöcher in den Boden bohren.

 

 

 

Zu einem ganz anderem Thema. Nämlich dem perfektem Timing einiger meiner Blattkakteen. Wobei diese Bezeichnung nicht mehr korrekt ist, genau wie die pseudowissenschaftliche Bezeichnung Epiphyllum. Denn die als „Blätter/phyllum“ angesehenen Teile der Pflanzen sind gar keine, sondern Zweige oder Triebe. 

Um System ins Verwandschaftschaos zu bringen werden seit einiger Zeit nur noch Mitglieder der Familie registriert, deren Eltern beide bekannt sind, und mit Anlehnung an deren Gattungsnamen (z.B. Nopalxochia, Disocactus…) benannt. Deren Hybriden werden wiederum als Disochia bezeichnet. Bei älteren Züchtungen sind aber oft die Eltern unbekannt. Diese werden dann als Epicacti bezeichnet. Das Ergebnis ist eine Fülle verschiedener botanischer Namen. Sperrig und kompliziert für Menschen die keine Wissenschaftler oder wirklichen Sammler sind. Das wird sich wohl außerhalb des inneren Kreises nur langsam durchsetzen – oder nie. Wer zählt schon Kilojoule!?

Deshalb bleibt für Normalsterbliche wie mich einfache die wunderbar einfache Bezeichnung Phyllo.

Und eben diese Phyllos legen gerade am Gewächshaus ein wahres Blütenspektakel hin.

 

Ist es nicht irre? Einigen der Pflanzen habe ich als winzige, wurzellose Stecklinge bekommen. Nach vielen Jahren blühen sie zum ersten mal.

 

 

Diese ist eine Blüte des ganz ordinären und weit verbreiteten Phyllo der in vielen Haushalten steht und oft als Einstiegsdroge funktioniert – so auch bei mir.

Die Pflanzen selbst sind ja wirklich nicht der Knaller. Aber wenn sich die Blüten auftun werden aus den hässlichen Entlein strahlend schöne Schwäne.

 

 

Dies ist die ‚Deutsche Kaiserin‘

 

 

Pinke Blüten mit Verlauf von hell nach dunkel.

 

 

Die Blüten sind eher kleiner aber dafür zahlreich.

 

 

Dann der erste Riese. Diese gigantischen Blüten haben mich dann doch überrascht. Von dieser dunkelroten Sorte habe ich leider keinen Sortennamen.

 

 

Aber traumhaft ist sie. Innen hat sie vereinzelt pinke Flammen.

 

 

Genau so riesig und wie ich finde noch schöner die ‚El Presidente‘.

 

 

Im Vergleich zu meiner Hand sieht man die Größe sehr gut. Der Tropfen am unteren Blütenblatt ist übrigens kein Wasser sondern Nektar.

 

 

Hier noch ein Blick aus allernächster Nähe. Die Farben erinnern an Fruchtsorbet.

 

 

Schade, dass so eine Blüte nur höchstens drei Tage hält. Dann geht das Gezitter wieder los ob sie im nächsten Jahr wieder blühen wird.

 

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